Flensburger Schullandschaft : Drei Jürgensbyer Schulen machen gemeinsame Sache

Eine Kooperation, die allen schmeckt: Die Hohlwegschülerinnen Lene (li.) und Lotte backen gemeinsam mit Fünftklässlern der Käte – unter Anleitung von Zwölftklässlern der Goethe-Schule.
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Eine Kooperation, die allen schmeckt: Die Hohlwegschülerinnen Lene (li.) und Lotte backen gemeinsam mit Fünftklässlern der Käte – unter Anleitung von Zwölftklässlern der Goethe-Schule.

Ein Kooperationsvertrag soll den Schulübergang zwischen der Hohlweg-, Käte-Lassen und Goethe-Schule erleichtern.

shz.de von
10. Dezember 2014, 18:00 Uhr

Lotte und Lene kneten Plätzchenteig zu Halbmonden. Nebenan brutzeln Mandelkerne in der Bratpfanne. Auf dem Stundenplan stehen Vanillekipferl und gebrannte Mandeln, an der Tafel sachdienliche Hinweise zu Teig und Herstellung. Viertklässler aus der Nachmittagsbetreuung der Hohlwegschule und Fünftklässler der Käte-Lassen-Schule treffen sich in der „Käte“ zum gemeinsamen Koch- und Backtag – angeleitet von Zwölftklässlern der Goethe-Schule. Während Kipferl und Knuspermandeln der Clou für die neun- bis elfjährigen Nachwuchsbäcker sind, begeistert die Schulleiter Marlis Fenner (Hohlweg), Peter Sellmer (Käte-Lassen) und Arnd Reinke (Goethe) sehr viel weniger Spektakuläres: Die „Schulgemeinschaft Jürgensby“ der drei kooperierenden Partner soll den Kindern des Stadtteils und ihren Eltern einen Weg aufzeigen von der Einschulung bis zum Schulabschluss im Viertel: „Wir stellen eine zunehmende Orientierungslosigkeit fest“, sagt Peter Sellmer. Grundschulleiterin Fenner betont, das sei natürlich nur ein Angebot: „Dieser Weg bringt aber Chancen und kann den Übergang fließender machen.“ Mit Projekten wie dem gemeinsamen Kochen könnten Schwellenängste abgebaut werden.

Deutlichstes Ergebnis der Kooperationsvereinbarung für die Gemeinschaftsschüler von Käte-Lassen: Deren Zehntklässler haben ab sofort ein Anrecht auf einen Platz in der Oberstufe des Gymnasiums: „Wir können an die Goethe-Schule versetzen“, sagt Sellmer: „Das ist eine enorme Aufwertung für uns.“ Formale Hindernisse sieht auch Goethe-Schulleiter Reinke nicht mehr: „Mit Spanisch beginnen wir als Fremdsprache zum Beispiel in der Oberstufe.“ Und bei der Versetzung ins 11. Schuljahr gelte: „Die Goethe-Schule verlässt sich auf das Votum der Klassenkonferenz der Käte-Lassen-Schule.“

Aber auch den Übergang zwischen der Grundschule und den weiterführenden Schulen soll die Kooperation erleichtern, vor allem da die Kinder immer unterschiedlicher würden. Hier soll der Rückgriff auf das Wissen der Grundschullehrer den Start an den neuen Schulen erleichtern – zum Beispiel bei der Zusammensetzung von Klassen, wenn bestimmte Schüler vielleicht nicht miteinander harmonieren.

Auch zwischen der Gemeinschaftsschule und dem 300 Meter entfernten Gymnasium sehen beide Schulleiter neue Kooperationen, nicht nur im neuen, guten Technik-Angebot der Käte. Peter Sellmers Vision: „Die neue Verbindung könnte sich baulich niederschlagen in Form einer neuen großen Sporthalle.“

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