Drehort wird zur Bühne für Film-Premiere

Einen etwas anderen Pastor spielt Peter Heinrich Brix in der Komödie 'Butter bei die Fische' Foto: ZDF
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Einen etwas anderen Pastor spielt Peter Heinrich Brix in der Komödie "Butter bei die Fische" Foto: ZDF

Drei Wochen lang drehte das ZDF im vergangenen Jahr an und in der Toestruper Kirche. Nun wird das Gotteshaus für die Premiere des Filmes "Butter bei die Fische" zum Kinosaal - inklusive Staraufgebot.

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01. Juli 2009, 06:34 Uhr

Oersberg | Eine strahlend weiße Feldsteinkirche aus dem 12. Jahrhundert, daneben der Friedhof, ein kleiner Ententeich und ein wunderschönes historisches Pastorat. Schräg gegenüber der alte Dorfkrug. Und als ob dies nicht alles schon idyllisch genug wäre, wird dieses Ensemble auch noch eingerahmt von uralten Bäumen: Der Ortskern von Toestrup rund um die St.-Johannes-Kirche bietet die perfekte Kulisse für einen Spielfilm mit norddeutschem Heimatcharme - und spielt genau deshalb eine der Hauptrollen im neuen ZDF-Streifen "Butter bei die Fische", der am Sonnabend uraufgeführt wird. Wo? Natürlich in der Toestruper Kirche.

Die Hamburger Produktionsfirma Network Movie war im vergangenen Jahr auf der Suche nach einem passenden Drehort für den "leichten Sommerfilm", wie es heißt, in dem Oersberger Ortsteil fündig geworden, schließlich wurde mehrere Wochen vor Ort in Ostangeln gedreht. Dass nun aber auch die Premiere des Filmes in Toestrup stattfindet, war hingegen keine Idee der Filmemacher. "Wir haben beim ZDF einfach mal angefragt, ob die Uraufführung nicht hier stattfinden könnte. Die Leute da waren sofort begeistert - und es hat tatsächlich geklappt", sagt Helge Butt kereit, Mitglied im Kirchenvorstand der St.-Johannes-Gemeinde. Und nicht allein die Vorführung des Filmes auf einer Großbildleinwand zwischen Kanzel und Altar soll nun dafür sorgen, dass am Sonnabend zahlreiche Zuschauer in die Kirche strömen. Auch das Staraufgebot, das sich angesagt hat, wird den einen oder anderen neugierigen Gast nach Toestrup locken: Denn neben Regisseur Lars Jessen, der gerade mit dem Kinofilm "Dorfpunks" für Aufsehen sorgte, hat sich auch der Hauptdarsteller von "Butter bei die Fische" und gebürtige Angelner Peter Heinrich Brix ("Großstadtrevier", "Büttenwarder") zur Premiere angesagt.

"Auch wenn er zurzeit an sechs Tagen die Woche dreht und mittlerweile in Hamburg wohnt, hat Peter Heinrich Brix zugesagt, zu kommen", verspricht Buttkereit, der für die Filmpremiere auf möglichst viele Zuschauer hofft. Denn neben der Tatsache, dass die kleine Toestruper Kirchengemeinde auf amüsante Weise einmal ganz groß rauskommt, geht es auch darum, Geld zu sammeln für die Renovierung des Kirchendaches. Zusätzlich zu den finanziellen Zuschüssen durch den Kirchenkreis muss die Gemeinde für die bereits beendeten Dacharbeiten noch rund 50 000 Euro aufbringen. Fünf Euro Eintritt pro Person für den besonderen Kinoabend in der Kirche sollen ihren Teil dazu beitragen.

Dass die historischen Gemäuer der Kirche nicht im allerbesten Zustand sind, ist auch Teil der Geschichte, die in der 90-minütigen Komödie erzählt wird. Denn Pastor Hans Uwe Petersen, gespielt von Brix, braucht Geld für die Auffrischung des maroden Gotteshauses, das für den Film von den Szenenbildnern in einen bemitleidenswerten Zustand versetzt wurde. Eine Chance, die leere Kasse seiner Kirchengemeinde für die nötigen Renovierungsarbeiten zu füllen, sieht der gewitzte Pastor in einem Kontaktinserat von drei Männern aus dem Dorf: Petersen macht sich Hoffnungen auf die Vermittlungsgebühr, rechnet jedoch nicht mit dem Charme dreier Damen aus dem Ruhrgebiet, die nun für allerlei Verwicklungen in der norddeutschen Provinz sorgen. Besonders mit der forschen Petra, gespielt von Ulrike Kriener, muss sich Pastor Petersen intensiv auseinander setzen.

"Es ist zwar eine leichte Geschichte, sie hat aber genügend Tiefgang", sagt Helge Buttkereit. Auch Toestrups Pastorin Bettina Sender teilt diese Einschätzung der Komödie. "Das ist ein schöner Film geworden, in dem unsere Gemeinde und das angelner Umland sehr gut zur Geltung kommen", sagt die Pastorin, die den Film als eine von ganz wenigen bereits gesehen hat. Allerdings hatte Bettina Sender auch privat besonderes Interesse am Ergebnis des Films: Schließlich wurde drei Wochen lang auch bei ihr zu Hause - vor und im Pastorat - gedreht. "Da war hier ordentlich was los. Das alles mal zu erleben, hat Spaß gemacht und war für die ganze Familie spannend - auch wenn unser Alltagsleben in diesen Tagen etwas schwieriger war", sagt die vierfache Mutter.

Dass bei den Dreharbeiten rund um den Ortskern Toestrups am Ende ein wunderbarer Film herausgekommen ist, davon kann sich jeder am Sonnabend, 4. Juli, ab 19.30 Uhr selbst überzeugen. Im Anschluss an die Filmvorführung gibt es eine Talkrunde mit Pastorin Sender, Peter Heinrich Brix und Regisseur Lars Jessen. Eintritt: 5 Euro. Wann der Film im ZDF zu sehen sein wird, steht bislang noch nicht fest, voraussichtlich aber im Winter.

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