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SG Flensburg-Handewitt : Drasko Nenadic fällt mit Meniskusriss aus

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Weiterer Rückschlag für die SG Flensburg-Handewitt: Beim Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen hat sich Drasko Nenadic verletzt. Der Rückraumspieler wird mehrere Wochen ausfallen.

Flensburg | Der emotionale Absturz stand den Spielern der SG Flensburg-Handewitt ins Gesicht geschrieben. Bester Dinge und mit großem Elan waren sie in die Spitzenbegegnung der Handball-Bundesliga gegen die Rhein-Neckar Löwen gestartet, doch dann ging alles schief. „Es ist eine Riesenenttäuschung“, sagte Steffen Weinhold. „Fiasko“ und „schade, wir haben viel mehr erwartet“ war von Lasse Svan zu hören. Und Geschäftsführer Dierk Schmäschke sprach von einem „Spiel wie ein Montagsauto“. Das 23:27 gegen die Mannheimer, die erste Heimniederlage seit dem 7. Dezember 2011, hatte die Flensburger schwer getroffen.

Die zarten Meisterschaftshoffnungen? Verflogen. Die erneute Qualifikation für die Champions League? In akuter Gefahr. Denn am Donnerstag gab es eine weitere schlechte Nachricht. Rückraumspieler Drasko Nenadic wird wochenlang ausfallen. Der 23 Jahre alte Halblinke hatte sich kurz vor Ende der Partie bei einem Wurfversuch einen Innenmeniskusriss im linken Knie zugezogen. Am Freitag wird der Serbe in der Flensburger Diako von Mannschaftsarzt Dr. Thorsten Lange operiert. Danach wird Nenadic dem Tabellenzweiten vier bis sechs Wochen fehlen. Allein in den nächsten 24 Tagen stehen für die Flensburger sieben Spiele an. „Das tut weh, es ist ein herber Rückschlag“, sagte SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke.

Wieder einmal ist Ljubomir Vranjes zum Improvisieren gezwungen. „Das ist nicht gut für uns. Aber es ist wie es ist. Jetzt müssen andere mehr Verantwortung übernehmen“, fordert der Trainer. Nachdem die Rückkehr von Lars Kaufmann nicht absehbar ist, wird nun Olafur Gustafsson zur ersten Alternative. Der Isländer hat allerdings gerade  eine Fußverletzung auskuriert und erst zwei Mal mit der Mannschaft trainiert. „Jim Gottfridsson in der Mitte und Thomas Mogensen halblinks oder Mogensen, Weinhold und Glandorf im Rückraum“, nennt Vranjes als weitere Möglichkeiten, die bereits in der Vergangenheit erprobt worden sind.

Momentan gilt es zudem, das bittere Erlebnis vom Mittwoch zu verdauen. Die SG traf auf extrem starke Löwen, hielt aber bis zur 47. Minute die Hoffnung auf den nächsten Heimsieg und den Bestand des Zwei-Punkte-Abstands zum THW Kiel aufrecht. „Dann passierten zwei, drei Fehler. Wir kriegen leichte Gegentore und schaffen es nicht, zurückzukehren“, klagte Svan, der sich mit seiner makellosen Bilanz von acht Toren selbst nichts vorzuwerfen hatte.

Tatsächlich geriet allerdings die Fehlerquote der Flensburger nach der Pause in den zweistelligen Bereich. „Wir sind einfach nicht an dieser Abwehr vorbeigekommen, obwohl wir viel taktisch trainiert haben“, meinte der frustrierte Michael Knudsen. „Handball ist ja ganz einfach: Du musst eine Überzahl schaffen, dazu brauchst du Tempo und ein starkes Spiel Mann gegen Mann. Aber wir waren heute nicht gut genug.“

Letzteres galt besonders für Holger Glandorf. Der Linkshänder stand komplett neben sich, verlor etliche Bälle und erzielte kein Tor. Ein schwarzer Tag, für den er selbst keine Erklärung hatte. Dass aber der Teamgeist bei den Flensburgern intakt ist, zeigte sich dran, dass sich alle hinter Glandorf stellten. „Er hat Pech gehabt, so ist das manchmal“, sagte Knudsen.

Vranjes musste einräumen, dass sich eine riskante Entscheidung rächte. Er setzte den weitaus stärkeren Steffen Weinhold nach zwei Zeitstrafen weiter in der Abwehr ein. Prompt kassierte der Linkshänder  die dritte und musste das Feld verlassen – ein Schlüsselmoment  in der 35. Minute.   Aber der Coach stand vor einem Dilemma: Der Positionsangriff funktionierte nicht, um so dringender wurde Weinhold  für die zweite Welle gebraucht. Überdies hatte er in der zweiten Halbzeit  auch noch den langen Weg zur Bank, was das Wechseln erschwerte. Und die Hoffnung, dass Glandorf nach einem Weinhold-Ausfall seine Misere überwinden und doch noch ein paar Tore werfen würde, war ja nicht völlig utopisch. Aber an diesem „gebrauchten Tag“ (Schmäschke) fügte sich nichts mehr für die SG.

Lag es am Glücksbringer von Thorsten Storm? „Ich habe in der Halbzeit ein Cent-Stück im Kabinengang gefunden“, erzählte der Löwen-Manager, „das habe ich eingesteckt, ich bin ja so abergläubisch.“

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erstellt am 06.Feb.2014 | 15:44 Uhr

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