Dozenten-Honorare weiter in der Warteschleife

shz.de von
21. Juni 2014, 19:32 Uhr

Sie schmoren weiter im eigenen Saft. Die zwölf Deutsch-Lehrer, die in Flensburg als Honorar-Dozenten die gesetzlich vorgeschriebenen Integrationskurse leiten, hoffen seit Februar auf ein Ende prekärer Entlohnung für ihre Arbeit. Doch eine Arbeitsgruppe, die nach einer Sitzung des Bildungsausschusses Ende Februar eingesetzt wurde, kam nach zwei Sitzungen nicht zu Ergebnissen. Die Ratsfraktion der Linken beantragte auf der jüngsten Bildungsausschuss-Sitzung in dieser Woche eine Anhebung der Honorare von aktuell 20 Euro (brutto) auf wenigstens 24 Euro pro Unterrichtsstunde – kam damit aber nicht durch. Jetzt will sich der Ausschuss am 10. Juli in einer Sondersitzung erneut mit dem Thema beschäftigen.

In einem Schreiben, das gestern an alle finanz- und bildungspolitischen Sprecher der Ratsfraktionen geschickt wurde, wirbt Linken-Fraktions-Chef Heinz-Werner Jezewski für eine Notlösung. Er schlägt vor, den betroffenen Dozenten für jedes Kursmodul (etwa 100 Stunden) pauschal jeweils 400 Euro zu zahlen und jede Stunde zusätzlich mit 20 Euro zu honorieren. „Somit kämen die betroffenen Personen dann auf eine Vergütung in Höhe von 24 Euro pro Unterrichtseinheit, also in die Größenordnung, die zum Beispiel in Kiel bezahlt wird “, so Jezewski, Diese Lösung soll bis Ende dieses Jahres gelten und danach bestenfalls durch eine Lösung mit Festanstellung ersetzt werden. Die Mehrkosten dieser besseren Honorierung beziffert Jezewski auf jährlich 15 000 Euro.

Ob am 10. Juli kurz vor der Sommerpause der Durchbruch gelingt, ist allerdings fraglich. Die Verwaltung wird am 10. Juli jedenfalls nicht mit einer eigenen Vorlage in die Sondersitzung gehen. Die soll erst nach dieser Sitzung entstehen, wie Verwaltungssprecher Thomas Kuchel gestern auf Anfrage mitteilte. „In der regulären Sitzung konnten die Fraktionen keine Einigung erzielen. Wir gehen davon aus, dass auf dieser Sondersitzung eine gemeinsame Entscheidungsgrundlage abgestimmt wird, auf deren Basis eine Verwaltungsvorlage entstehen kann.“

Die Integrationskurse sind eine gesetzliche Auflage des Bundes, die an die Städte und Gemeinden delegiert wurde. In Flensburg werden diese Kurse unter dem Dach der Volkshochschulen angeboten, deren Dozenten traditionell am Nebenerwerb orientiert sind. Die Integrationskräfte hingegen sind im Vollerwerb tätig und beziehen nach Erhebungen des deutschen Volkshochschulverbandes und der Lehrergewerkschaft GEW Netto-Stundenlöhne von deutlich unter 10 Euro.

zur Startseite

Kommentare

Leserkommentare anzeigen