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Bier und Softdrinks : Dosenpfand im deutsch-dänischen Grenzhandel kommt 2018

vom

Eine Krone sollen Dänen künftig pro Gebinde zahlen, wenn sie in Deutschland ihr Bier kaufen. Doch das neue System hat eine Lücke.

shz.de von
erstellt am 10.Jun.2015 | 11:55 Uhr

Kiel | Dänen müssen von 2018 an Pfand für Bier- und Limonadendosen im schleswig-holsteinischen Grenzhandel zahlen. Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne) und Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) haben sich mit Dänemarks Umweltministerin Kirsten Brosbøl auf die Etablierung eines verpflichtenden Pfandsystems verständigt. „In Dänemark gibt es ein Pfandsystem, in Deutschland gibt es ein Pfandsystem, nur im Grenzhandel klaffte bislang eine Lücke“, sagte Habeck am Mittwoch.

650 Millionen Dosen Bier und Erfrischungsgetränke kaufen die Dänen jährlich im Grenzhandel. Bislang war dies bei Vorzeigen des dänischen Passes pfandfrei. Die 60 Grenzläden mit 3000 Beschäftigten machen jährlich 800 Millionen Euro Umsatz. Das Einkaufen in Grenzshops ist unter anderem beliebt, weil in Deutschland mit 9,44 Euro pro Hektoliter das Bier weniger besteuert wird als in Dänemark (36,03 Euro).

Kunden zahlen künftig eine dänische Krone pro Gebinde plus die deutsche Mehrwertsteuer. Dänen bekommen für die leeren Gebinde aber nur das Pfand in Dänemark erstattet. Die Mehrwertsteuer bekommen sie nicht zurück.

Ein Schlupfloch droht das geplante Dosenpfand aber auszuhöhlen. Dreh- und Angelpunkt ist, dass Mecklenburg-Vorpommern dem deutsch-dänischen Abkommen nicht beitreten will.

Der größte der 21 Grenzhändler, Fleggaard, will dies für einen Trick nutzen. Geschäftsführer Mike Simonsen hat angekündigt: Die dänischen Kunden könnten ihre Bier- und Limonadenvorräte per Internet in der Fleggaard-Niederlassung in Rostock vorbestellen – und die schleswig-holsteinischen Shops dann bloß zum Abholen nutzen. Kaufort, argumentiert Simonsen, wäre dann juristisch gesehen ausschließlich das pfandfreie Mecklenburg-Vorpommern. Andere Grenzhändler könnten das Modell kopieren, indem sie im Osten dazu extra Niederlassungen einrichten – womöglich nur als Briefkastenfirma.

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