zur Navigation springen

Grosssolt : Dorftreff wird teurer und kommt später

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Schäden durch unsachgemäß ausgeführte Arbeiten verzögern den Umbau des ehemaligen Mühlenhauses in Großsolt. Die zusätzlichen Kosten schlagen mit 125 000 Euro zu Buche.

Die Baustelle für die „Mühle der Begegnungen“ bereitet der Gemeinde Großsolt momentan ernste Sorgen. Betroffen sind sowohl das ehemalige Mühlenhaus als auch der Anbau. In dem Gebäude soll ein offener Treff, eine Tagespflegestelle für Senioren und zudem ein kleines Mühlenmuseum entstehen.

Der neue Anbau in Holzständerbauweise, in den eine Tagespflegeeinrichtung einziehen will, war über Winter „vollgeregnet“. Architekt Ole Jebens erklärte, wie es dazu kam: Für das Dach verwendete der Zimmermann eine andere als die geforderte Dampfsperre. Deshalb sickerte an allen Stellen, an denen anschließend der Dachdecker Halterungen und Latten angebracht hatte, der Regen ungehindert in die Dachkonstruktion ein. Damit nicht genug: Auch die hölzernen Wände im Traufbereich wurden gewässert. Während das Dach nicht zu retten war und neu errichtet werden musste, wurden die Wände wochenlang professionell getrocknet. Jebens räumt ein, als Bauleiter nicht ausreichend aufgepasst zu haben, „mein erster Versicherungsfall“. Haftbar gemacht werden sollen auch die beteiligten Handwerker. Um die eingetretene Verzögerung abzumildern, empfiehlt Jebens einen Estrichbeschleuniger für den Fußboden. „Der bindet zwei, drei Wochen schneller“.

Auch der Altbau verursacht mehr Kosten als geplant. Diese gehen zu Lasten der Gemeindekasse. Das aus dem 19. Jahrhundert stammende Gebäude wurde mehrfach umgebaut. Ein offizieller Bestandsplan wurde dem Architekten für die Planungen vorgelegt. Dass dieser nicht mit der Realität übereinstimmt, zeigte sich bei den Probesichtungen des Architekten nicht. Erst beim vollständigen Freilegen der Geschossdecke trat zu Tage, dass die Balken mit einem Abstand von 1,40 Metern statt mit verzeichneten 0,80 Metern zueinander gelegt wurden. Deshalb muss nun eine teurere frei tragende Unterdeckenkonstruktion eingezogen werden. Eine im Bestandsplan mit 0,40 Metern eingezeichnete Mauer ist fast doppelt so dick. Es mussten nicht nur mehr Materialien abgebrochen und entsorgt werden, ein weiterer Träger ist erforderlich. Außerdem verursacht der Fußboden zusätzliche Kosten.

Darüber hinaus hat die Gemeinde selbst nachträgliche Wünsche in Form neuer Fenster und einer neuen Küche. Alles zusammen soll mit 125  000 Euro zu Buche schlagen. „Ärgerlich“, so die einhellige Meinung, denn die Kommune zahlt diesen Betrag alleine. Das Vorhaben wird zwar vom Land gefördert, aber einen „Nachschlag“ gibt es nicht. Da auf eine günstige Ausführung geachtet wurde, sind Einsparungen kaum leistbar, werden aber angestrebt. „Bei einem kalkulierten Volumen von fast einer Million Euro schaffen wir es vielleicht, unter der Zehnprozent-Grenze bei den Mehrkosten zu bleiben“, hofft Bürgermeister Wilfried Surrey.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen