Treia : Dorfflohmarkt begeistert

Anja, John und Nils Pfeiffer (hinten v.l.) haben sich zur Verstärkung für den Dorfflohmarkt die Verkaufsprofis Laura und Nele (vorn v.l.) eingeladen.
Anja, John und Nils Pfeiffer (hinten v.l.) haben sich zur Verstärkung für den Dorfflohmarkt die Verkaufsprofis Laura und Nele (vorn v.l.) eingeladen.

Beim ersten Dorfflohmarkt in Treia präsentierten 90 Anbieter Überzähliges. Angesichts des Zuspruchs prüfen die Organisatorinnen eine Neuauflage im nächsten Jahr.

shz.de von
16. September 2018, 16:58 Uhr

Schaut man sich auf, neben und unter den liebevoll drapierten Tapeziertischen um, finden man alles, was man sich vorstellen kann: Schönes und Hässliches, Spannendes und Historisches, Nostalgisches und Kultiges, Neues und Altes, Gebrauches, Geliebtes und Bespieltes. Die Besucher tragen Schlittschuhe über der Schulter, den neuen Rucksack auf dem Rücken, die Blumenvase in der Hand – und der Strandkorb kommt sofort mit, zum Glück hat er Rollen.

„Normale Flohmärkte sind mir immer viel zu wuselig“, sagt Saskia Meister aus Oster-Ohrstedt. „So ein Dorfflohmarkt ist doch viel gemütlicher.“ Die junge Mutter ist gestern auf der Suche nach Kinder- und Bilderbüchern gleich fündig geworden, denn Leonie hatte rund 50 Bücher ausgemistet und sie auf die Einfahrt gestellt. „Ich lese meine alten Bücher ja nicht mehr, aber ich freue mich, wenn noch jemand anderes Spaß daran hat.“ So wie Leonie haben in den vergangenen Tagen viele Treianer ihre Keller und Dachböden durchstöbert, um sich für den ersten Dorfflohmarkt zu rüsten.

Schon am frühen Morgen sind die meisten auf den Beinen, um ihre Stände vor der eigenen Haustür aufzubauen. „Das ist einfach perfekt“, findet Anja Pfeiffer, „ich muss nicht großartig Aufwand betreiben, sondern stelle einfach alles vor die Tür.“ Sie hat sich ihre Nichten zur Verstärkung eingeladen, die kräftig mit verkaufen und Spielsachen sowie Kinderkleidung anbieten, wie echte Profis.

Ein paar Straßen weiter sortiert Dörthe Borgemien ihr Angebot neu, nachdem sie schon einiges verkauft hat. Sie hatte die Idee. „Ich habe so viel Kram und wollte längst mal zu einem Flohmarkt fahren, aber eigentlich hatte ich dazu keine Lust. Also musste der Flohmarkt eben zu uns kommen.“ Kurzerhand fing sie an zu planen und holte sich mit Mareike Autzen und Monika Görrissen gleich zwei Mitstreiterinnen ins Boot. „Wir hatten schnell 70 Anmeldungen zusammen. 20 Kurzentschlossene haben sich gestern und heute noch dazugesellt – eine super Beteiligung“, freut sie sich.

Im Eichenweg haben sich mehrere Anbieter an einem zentralen Punkt versammelt, um ihre Schätze anzubieten. Und hier spürt man auch, dass so ein Dorfflohmarkt nicht nur dafür gut ist, Kram und Krempel loszuwerden. „Wir lernen uns gerade alle kennen“, erzählt Ilse Schnack, die gemütlich mit Verena und Tim Hall bei einem Tässchen Kaffee auf Campingstühlen sitzt. „Wir sind im Februar eingezogen und hatten schon viel entsorgt. Der Rest war zu schade für die Mülltonne. Außerdem macht das in dieser Nachbarschaft richtig viel Spaß – und das Wetter passt“, sagt Verena Hall. In der Tat: Die Sonne scheint den ganzen Tag.

„Wir sind total begeistert“, fasst Dörthe Borgemien zusammen. „Die Resonanz war durchweg positiv, es waren viele Besucher unterwegs.“ Der Dorfflohmarkt habe die Jäger und Sammler im wahrsten Sinne des Wortes auf die Straßen gelockt. Im kommenden Jahr, davon gehen die drei Organisatorinnen nach diesem Erfolg aus, wird es eine Neuauflage geben.

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