"Dolmenpfad" auf Vordermann gebracht

Acht Mitglieder des  Vereins 'Opinn Skjold' richteten den Steinkranz der alten Grabstätte wieder auf. Foto: van de Loo
Acht Mitglieder des Vereins "Opinn Skjold" richteten den Steinkranz der alten Grabstätte wieder auf. Foto: van de Loo

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09. März 2009, 06:59 Uhr

Glücksburg | Zu archäologischen Pflegearbeiten waren einige Mitglieder des Schleswiger Wikinger-Vereins "Opinn Skjold" (Offener Schild) nach Glückburg gekommen. Normalerweise führen sie alte Handwerkstechniken aus der Wikingerzeit vor, betätigen sich aber auch bei solchen Aktionen.

Im Friedeholz war vor drei Jahren der "Dolmenpfad", ein archäologisch-naturkundlicher Wanderweg von etwa fünf Kilometern Länge, eingerichtet worden. Der "Verein Schönes Glücksburg" hatte dazu 2004 die Initiative ergriffen. Der Vorschlag wurde dann unter Mitwirkung des Archäologischen Landesamtes, der Revierförsterei und mit erheblicher Eigenleistung von Vereinsmitgliedern realisiert. Landwirtschaftminister Christian von Boetticher weihte den fertig gestellten Wanderweg im Mai 2007 ein.

Seitdem lädt er zu einer etwa 5000 Jahre alten kulturgeschichtlichen Zeitreise ein, die an zehn Großsteingräbern vorbei führt. Diese werden auch "Dolmen" genannt und stammen aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit. Zwar wurden im Rahmen der Vorbereitung Wege angelegt und die Grabhügel von Bewuchs befreit. Mehr geschah jedoch einstweilen nicht. Eine Zufallsbekanntschaft führte nun dazu, dass acht Mitglieder des Schleswiger Vereins unter Leitung von Harm Paulsen vom Landesmuseum auf Schloss Gottorf tätig wurden. Sie entfernten an zwei Dolmen aus der Zeit von 3000 bis 3500 v. Chr. die Verkrautung und reinigten das Innere der Grabkammern. Dann brachten sie die ringförmigen Kränze aus Steinen, die größtenteils umgekippt waren, wieder in ihre ursprüngliche Lage.

Bürgermeisterin Dagmar Jonas zeigte sich bei einem kurzen Besuch besonders beeindruckt davon, dass es sich um sogenannte "Beingräber" handelt. In ihnen wurden keine vollständigen Leichname, sondern über viele Jahre nur die Knochen verstorbener Sippenangehöriger beigesetzt.

Dr. Jürgen Koschwitz und Dietrich Waldow vom "Verein Schönes Glücksburg" dankten Paulsen und seinen Mitstreitern für ihre Mithilfe, den "Dolmenpfad" attraktiver zu machen.

Waldow gab bekannt, dass er ab dem 21. April etwa alle zwei Wochen Führungen anbieten und dabei die archäologischen und naturkundlichen Besonderheiten des "Dolmenpfades" erläutern wird. Interessierte Teilnehmer können sich über das "Tourist-Service-Center" im Glücksburger Schloss zu den Führungen anmelden.

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