Kinderbetreuung : Doch große Kita am Hohlweg

Die idyllisch gelegene, aber in die Jahre gekommene städtische Kita Schwedenheim an der Helenenallee braucht mittelfristig eine Nachfolgelösung.
Für die städtische Kita Schwedenheim an der Helenenallee gibt es eine Nachfolgelösung.

Der Hauptausschuss beschließt einen Kindergarten mit 120 Plätzen auf dem Grundschulgelände in Jürgensby.

Carlo Jolly. von
02. Juli 2015, 11:00 Uhr

Flensburg | Am Ende folgte die Kommunalpolitik lieber den finanziellen Argumenten als dem Votum der Fachpolitiker im Jugendhilfeausschuss: Nach dem Finanzausschuss hat jetzt auch der Hauptausschuss für den Bau einer 120 Plätze großen städtischen Kita an der Hohlwegschule für Kinder zwischen einem und sechs Jahren gestimmt – als Ersatz für die derzeitigen Kitas Schwedenheim und Johannisstraße (zusammen 105 Plätze). Der Jugendhilfeausschuss hatte zuvor für eine kleinere Einrichtung mit 80 Plätzen plädiert.

„Eine kluge und richtige Entscheidung des Hauptausschusses“, findet SPD-Fraktionschef Helmut Trost. Zusätzlich sollen ausreichend Plätze für die Schulkindbetreuung geschaffen werden. „Wir müssen alles daran setzen, die Versorgungsquote in Flensburg zu steigern und das Angebot zu erweitern“, so Trost. Nach Berechnungen der Verwaltung sollen die Baukosten pro Platz 24  500 Euro betragen – rund 7000 Euro weniger als bei kleinteiligeren Lösungen. Die Sorgen der Elternvertreter über eine angeblich pädagogisch nicht vertretbare Mammutkita seien unbegründet. Durch eine kluge und an pädagogischen Erfordernissen orientierte bauliche Einteilung wird es gelingen, den Charakter einer solchen Mammutkita zu vermeiden.

Jugendhilfeausschussvorsitzende Ellen Kittel-Wegner (Grüne) bewertete den Beschluss am Ende ebenfalls positiv: „Die Heraufsetzung auf 120 Kita-Plätze plus die Schulkindbetreuungsplätze helfen zweifelsohne noch mehr, die dringend benötigten Kita-Plätze in der Gesamtheit zu schaffen.“ Sie sei zuversichtlich, dass der Fachbereich Vermögen die Herausforderung bewältige, eine so große Einrichtung bautechnisch in kleineren Einheiten darzustellen, sodass die Bedenken von Elternvertretung und Experten hinsichtlich des großen Baukörpers zerstreut werden. Als nachahmenswertes Beispiel wurde mehrfach die auf mehrere Häuser verteilte 170 Plätze zählende Kita der Diako genannt. Mit dieser Entscheidung sei der Ausbaubedarf jedoch noch nicht gedeckt.

Daher begrüße sie es, dass die ab 2016 geltenden Förderprogramme von Bund und Land zur Schaffung zusätzlicher Kita-Plätze nun von der Stadt konsequent weiter unterstützt werden sollen, was allen Kita-Trägern zugute komme.

Ohnehin hat die Stadt für die südliche Innenstadt nun bereits 40 Plätze mehr beschlossen als ursprünglich geplant. Denn eine kleine Kita für 40 Kinder an der Bahnhofstraße soll im neuen Komplex des Selbsthilfe-Bauvereins an der Ecke Helenenallee mittelfristig ohnehin entstehen. Der SBV ist mit zwei Trägern im Gespräch.


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