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Rescue 2014 in Montpellier : DLRG Glücksburg bei Rettungsschwimm-WM

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Als eines von sechs Teams aus SH fahren elf Rettungsschwimmer der DLRG Glücksburg für die Interclub-WM zur „Rescue 2014“ nach Montpellier. In Frankreich startet am 16. September die WM der Rettungsdisziplinen.

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erstellt am 20.Aug.2014 | 19:29 Uhr

Glücksburg/Montpellier | Elf Schwimmer, zwei Betreuer und Montpellier – das ist die Kombination für die im September startende Interclub-WM der Rettungsschwimmer an der französischen Mittelmeerküste. Beim traditionellen Fördecrossing am 9. August stellte sich das Schwimmteam der DLRG-Glücksburg vor, das sich für die Vereins-WM qualifiziert hat.

Rund 450 Teilnehmer stürzten sich in die Fluten, um die drei Kilometer breite Passage von den Ochseninseln bis an den Strand nach Sandwig zu schwimmen. Aufgrund von starkem Wind, musste die Strecke jedoch verlegt werden. Finn Beer, der das Event als Streckenposten auf einem Boot verfolgte, sorgte als einer von vielen freiwilligen Rettungsschwimmern für Sicherheit auf der Flensburger Förde.

Am Rande berichtete er über die WM der Rettungsschwimmer, erklärte Disziplinen und stellte sein Team vor. Die im Schnitt 22 Jahre alten Teilnehmer der WM freuen sich bereits auf die Tour in den Süden. Verständlich, denn das Wetter an diesem Wochenende war kühl und nass. „Es gibt verschiedene Disziplinen am Strand und in der Halle“, erklärt Beer, der schon mit sechs Jahren schwimmen gelernt hat. Bereits sein Vater und sein Großvater engagierten sich bei der DLRG. Heute arbeitet Finn Beer ehrenamtlich als Strandwache und bringt Schulkindern das Schwimmen bei. „Es ist toll zu sehen, dass man gebraucht wird“, sagt der 25-Jährige.

Für alle im Team ist es die erste WM und zugleich ist es auch das erste Mal, dass ein Team aus dem Kreis Schleswig-Flensburg bei einer Interclub-Weltmeisterschaft dabei ist. „Jeder von uns hat Disziplinen auf die er sich besonders vorbereitet“, sagt Beer. So muss der Schwimmer in einer Übung in der Halle – dem sogenannten „Pool“ –  zunächst 25 Meter Freistil schwimmen und danach eine auf dem Grund befindliche Puppe mit immerhin 50 Kilogramm Gewicht bergen und zurück ins Ziel schleppen. In einer anderen Übung draußen am Strand wird in einem Rettungsbrett-Rennen, dem „Board Race“, eine Strecke von 600 Metern bewältigt. „Bei den verschiedenen Disziplinen geht es meistens um die schnellste Zeit. Dafür gibt es dann Punkte“, erklärt Beer.

Zehn Einzeldisziplinen am Strand und zwölf Disziplinen in der Halle gibt es, viele der Schwimmer im Team treten draußen in etwa drei oder vier Übungen an, in der Halle in ein oder zwei. Die meisten Wettkämpfe werden dabei mit alltäglichem Equipment der Rettungsschwimmer kombiniert. Dabei sind Flossen aus Spezialfasern, der sogenannte „Gurtretter“, den man in anderer Form aus der Serie „Baywatch“ als orange-rote Boje kennt oder aber das Rettungsbrett, das einem Surfbrett ähnelt.

In einem 18 Kilogramm leichten Rennkajak – dem „Surf-Ski“ – geht Jakob Petersen ins Rennen für die Mannschaft aus Glücksburg. Der 22-Jährige erfüllte in dieser Disziplin im letzten Jahr die Bundeskadernorm. In Frankreich möchte er gerne die Bundeskadernorm in der Disziplin „100-Meter-Lifesaver“ erkämpfen. Hierbei muss der Rettungsschwimmer 50 Meter im Freistil schwimmen und danach mit dem Rettungsgurt eine Puppe 50 Meter abschleppen. In Frankreich will Jakob Petersen wieder im Kajak erfolgreich sein. „Für die Nationalmannschaft geschwommen zu sein, ist natürlich was Besonderes, jetzt will ich aber in Montpellier eine gute Zeit erreichen“, erzählt Petersen.

Bei den Junioren der Altersgruppe 15 bis 18 gehen Annika Erichsen, Mayra Tobian, Janneke Petersen, Lara Morlang und Anabell Pfeiffer bei der WM an den Start. Bei den Männern über 18 Jahre sind neben Finn Beer und Jakob Petersen auch Finn Brenke, Fabian Kuhlen und Malte Przybyla mit an Bord. Vencka Tobian startet, anders als ihre Schwester Mayra, als einzige Schwimmerin in der Wertung der über 18-Jährigen.

Alle im Team sind bereits lange Jahre bei der DLRG und arbeiten – wenn sie nicht gerade für eine Weltmeisterschaft trainieren – als Strandwachen oder Trainer. Die jetzt anstehende Interclub-WM ist für alle ein Highlight. „Wir erhoffen uns für die WM, einfach gute Zeiten zu schwimmen und viel Spaß zu haben“, freut sich BWL-Student Beer auf das Großereignis.

Am 16. September beginnt die WM, bei der zunächst die Nationalmannschaften gegeneinander antreten. Für Deutschland gehen bei den Damen unter anderem Julia Schatz und Alena Kröhler an den Start, bei den Herren Christian Ertel und Adrian Flügel. In der zweiten Woche dann beginnt auch für das Team des Ortsverbandes der DLRG Glücksburg das Großereignis „Weltmeisterschaft“. Bei der Interclub-WM treten Teams von Ortsverbänden aus Deutschland gegen Teams aus aller Welt an. Aus Schleswig-Holstein fahren auch die DLRG Ortsverbände aus Rendsburg, Bad Oldesloe, der Region Uetersen, Norderstedt und Mölln mit eigenen Teams nach Montpellier.

Vom 20. September bis zum 28. September sind die Schwimmer der DLRG Glücksburg in Frankreich. Im Augenblick bereiten sich die Athleten mit Kraft- und Lauftraining vor. „Da die DLRG und somit auch der Ortsverband Glücksburg als Verein auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind, würden wir uns natürlich über den ein oder anderen Euro freuen“, sagt Teammitglied Malte Przybyla. „Die WM ist für uns sehr kostenintensiv. Das gespendete Geld kommt direkt den Wettkämpfern der WM zugute.“ Wer spenden möchte, kann sich direkt an den Ortsverband der DLRG Glücksburg wenden.

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