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Bauplanänderung Sandwig : DLRG Glücksburg bangt um die freie Sicht

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Stadtvertreter stimmen heute Abend über die Bistro-Erweiterung des Strandhotels in Glücksburg ab.

shz.de von
erstellt am 23.Sep.2014 | 07:05 Uhr

Deutlich größer wird es werden, das Bistro Sandwig. Der Betreiber Strandhotel will den Gastraum des Selbstbedienungsrestaurants verdoppeln und eine noch größere Terrasse an den Strandseiten anbauen. Wenn Glücksburgs Stadtvertreter heute Abend für die Änderung des Bebauungsplans stimmen sollten, wird das Bistro nach Abschluss der Erweiterung 380, die Terrasse 400 Quadratmeter messen.

Markus Schiller, der Direktor des Strandhotels, erklärt: „Wir wollen das Bistro vergrößern, damit wir den Ablauf optimieren können.“ So seien später zwei Kassen vorgesehen. Die Küche werde zur offenen und statt der bisher vier Mitarbeiter rechnet Schiller mit fünf bis sechs Kräften.

Horst Petersen, dem Vorsitzenden der DLRG Glücksburg, ist das Bauvorhaben ein Dorn im Auge. Wenn das Bistro wie geplant erweitert werde, könnten die Rettungsschwimmer von der Wachstation aus den Strand auf der Seite des Restaurants nicht mehr einsehen und wären selbst auch nicht mehr von den Strandgästen zu sehen.

Dafür hat Markus Schiller wenig Verständnis. Die Retter könnten vom Turm oder der Brücke aus arbeiten. Im Sommer würden sie ihren Wachposten ohnehin am Ende der Brücke beziehen. Nach Aussage Petersens passiere das allerdings nur an 20 von 100 Wachtagen, dann, wenn das Wetter bombig und der Badebetrieb besonders intensiv seien. „Der Turm ist eine Fehlkonstruktion.“ Er könnte wegen Zugluft und blinder Scheiben nicht genutzt werden, sagt der Vorsitzende. Zudem sind einige der Träger von Pilz befallen, wie Petersens Stellvertreter Klaus Loesmann hinzufügt. Unverständlich ist Petersen überdies, dass Sportschatz, der Strandkorbvermieter in Sandwig, zwei 30 Quadratmeter große Gebäude am linken und rechten Rand des Strandes wird aufstellen dürfen, die DLRG aber keines für ihr Rettungsboot. „Wir haben schon die alten Zollräume nebenan verloren, die wir jahrelang mitnutzen konnten, bedauert Petersen. Die Räume nutzt das Strandhotel für seinen Bistrobetrieb.

Doch das macht das Maß der Enttäuschung von Petersen, dessen Familie für die DLRG lebt, nicht voll. „Was mich stört, ist, dass man mit uns nicht spricht“, wirft Horst Petersen, dem Strandbetreiber und auch der Stadt Glücksburg vor.

Das hat sich zwischenzeitlich geändert. Schiller hatte zu einem weiteren Ortstermin geladen. Während des Treffens maßen die Beteiligten, mit dabei der zweite DLRG-Vorsitzende Klaus Loesmann und der Technische Leiter Jan Festersen, neun Meter ab bestehender Hausecke zum Wasser hin ab – und kamen zu dem Schluss: das Sichtfeld Strand wird erheblich kleiner, aber die Wasserkante bleibt im Blickfeld, wie Loesmann berichtet. Am Ende dann doch noch ein gütliches Angebot Schillers: Er stellte der DLRG die erneute Nutzung der früheren Zollräume nach Abschluss der Arbeiten in Aussicht.

 

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