Glücksburg : DLRG fordert Unterstützung der Stadt

Mitglieder der Glücksburger DLRG vor der Station in Sandwig: Vorsitzender Horst Petersen (hinten, v.l.), Jugendvorsitzender Finn Brenke, Pressesprecher Malte Przybyla, (vorn, v.l.) Stella Wenzel, Yoreme Dethleffsen und Charlotte Gleie.
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Mitglieder der Glücksburger DLRG vor der Station in Sandwig: Vorsitzender Horst Petersen (hinten, v.l.), Jugendvorsitzender Finn Brenke, Pressesprecher Malte Przybyla, (vorn, v.l.) Stella Wenzel, Yoreme Dethleffsen und Charlotte Gleie.

An der Station Sandwig fehlen Schlafplätze und die Bootsrampe ist marode. Glücksburg bekennt sich zu seinen Lebensrettern – verweist aber auf leere Kassen.

shz.de von
21. März 2017, 15:27 Uhr

Glücksburg | Der bevorstehenden Badesaison 2017 sieht die DLRG in Glücksburg mit gemischten Gefühlen entgegen. Der Grund: An der Station in Sandwig ist nicht alles so wie es sein soll. „Seit vergangenem Sommer ist unsere Bootsrampe lahm gelegt. Die Unfallkasse hat gravierende Sicherheitsmängel festgestellt“, erklärt Malte Przybyla, neuer Pressesprecher der Glücksburger DLRG.

Das zweite leidige Thema der Station in Sandwig ist die räumliche Situation: „Wir brauchen Schlafplätze. Denn nicht alle Rettungsschwimmer wohnen in der näheren Umgebung“, so Przybyla. Die Station enthält einen Aufsichtsraum, einen kleinen Behandlungsraum, ein einfaches Duschbad, eine Küchenzeile, eine Bootshalle und etwas Stauraum unter dem Dach. Platz für ein Bett gibt es nicht. Die Stadt hat ein Architekturbüro beauftragt, Pläne für einen Umbau vorzulegen. Mehrere Vorschlage wurden in den vergangenen drei Jahren gemacht. Keiner überzeugte die Mitglieder des Bauausschusses.

Glücksburgs finanzielle Situation sei durchaus bekannt, so Horst Petersen, Vorsitzender der DLRG Glücksburg. Er vermisst seitens der Stadt die politische Unterstützung für seine Organisation. Schließlich könnte die Stadt den Strand ohne Badeaufsicht nicht mehr als offizielle Kurbadestelle betreiben. Das wäre für den Tourismus nicht förderlich. Außerdem sei die Badeaufsicht durch die ortsansässige DLRG die günstigste Lösung für die Stadt. Pressesprecher Przybyla ergänzt, dass die Stadt Umbaupläne der anderen Gebäude-Seite zügiger abgewickelt habe. Gemeint ist das Strandbistro im selben Gebäudekomplex. Es gehört dem Eigentümer des Strandhotels. Dieser hatte im vergangenen Jahr die Genehmigung zur Erweiterung des Bistros samt Terrasse erhalten.

Die Stadt kann die Kritik der DLRG nicht nachvollziehen. Nach der Saison 2016 habe man sich zusammengesetzt und eine Liste offener Mängel erstellt, die in vielen Punkten schon abgearbeitet worden sei – die Anschaffung eines neuen Bootsmotors und einer neuen Bootswinde in Holnis zum Beispiel, sagt der zuständige Sachbearbeiter, Lars Christiansen. Die Stadt unterscheide nicht zwischen DLRG Sandwig und DLRG Holnis. „Beide Stationen sind gleich wichtig“, so Christiansen. Für weitere offene Punkte seien Mittel im Haushalt 2017 eingestellt. Den Vergleich mit den Umbaumaßnahmen für das Bistro findet der Sachbearbeiter unpassend. „Der Rückschluss, man müsste sich in ähnlichem Rahmen beteiligen und die DLRG-Station in Sandwig komplett umbauen, entbehrt jeglichen Realitätssinns und Verständnisses für die finanzielle Situation Glücksburgs.“

Bauausschuss-Leiter Svend Colmorn ergänzt, dass einem Umbau direkt auf dem Strand nicht so einfach zugestimmt werden könne. Im Fall des Strandbistros habe es dreieinhalb Jahre gedauert bis eine Einigung erreicht wurde. Eine neue Bootsrampe für 20  000 Euro, wie sie die DLRG für Sandwig angefragt habe, sei vor den Glücksburger Bürgern nicht zu rechtfertigen. Er selbst habe einen Kontakt zur Hanseatischen Yachtschule hergestellt, wo das Boot an einer Brücke einen Platz erhalten habe. „Wir stehen zur DLRG und wir unterstützen sie auch. Aber es muss vernünftig für alle sein“, so Colmorn. Der Vorsitzende des Sozial- und Kulturausschusses, Michael Schulz, bekräftigt: „Die ehrenamtliche Arbeit der DLRG und die Sicherheit an unseren Stränden sind uns sehr wichtig. Wir werden die Kosten der Rampe prüfen. Wir wollen nicht an der falschen Stelle sparen.“

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