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Wireg legt Bericht vor : Dieser Report soll Investoren anziehen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Wirtschaftsförderung Wireg legt zum ersten Mal einen Gewerbe-Immobilienbericht für Flensburg und Schleswig vor.

shz.de von
erstellt am 03.Mär.2015 | 12:15 Uhr

Flensburg | Knapp 50 Prozent der Bürobeschäftigten der Region Flensburg/Schleswig arbeiten in der Fördestadt. Die Bettenauslastung in der Flensburger Hotellerie ist mit 45,3 Prozent so hoch wie sonst nirgendwo in Schleswig-Holstein. Bis zum Jahr 2030 soll die Bevölkerung in Flensburg um 4,5 Prozent wachsen, im Kreisgebiet dagegen um 3,0 Prozent zurückgehen. Solche Informationen finden sich im ersten Gewerbe-Immobilienreport für Flensburg und den Kreis Schleswig-Flensburg, den die Wirtschaftsförderung Wireg gestern in Technologiezentrum vorstellte.

Dieser Gewerbe-Immobilienreport sei für ausländische Investoren und Investitionswillige überhaupt ein ganz wichtiges Instrumentarium, erklärte der Flensburger Immobilienmakler Oliver Densch, der die Erstellung des Berichts zusammen mit der Nospa und der Kanzlei Hoeck Schlüter Vaagt unterstützt hatte. Durchschnittsmiete, Kapazitätsauslastung oder die Frage, welche Fläche überhaupt zur Verfügung stünden, würden über die Engagements überregionaler Investoren mitentscheiden. Wireg-Chef Burkhard Otzen erklärte, dass dieser erste Report keine Eintagsfliege bleiben werde: „Dies weiterzupflegen, können wir jetzt schon zusagen.“

Klar wird auch in diesem Report: In der Hotellerie ist Flensburgs Nachholbedarf am größten. Mit Stand 2013 steht Flensburg gerade einmal mit sieben Hotels, 515 Betten und gut 85  000 Übernachtungen in diesen Häusern zu Buche. Das ist gerade einmal ein Haus mehr als Schleswig vorhält – und fünf weniger und halb so viele Betten wie die vergleichbare Stadt Wilhelmshaven an der Nordseeküste. Dabei gehe es auch um die Art der Hotels, wie Joachim Frank von Hoeck Schlüter Vaagt erklärte: In Flensburg gebe es überwiegend Unterkünfte für Montagearbeiter, keine Ferien- und Tagungshotels: „Geschäftsleute müssen wir schon in Glücksburg unterbringen“, sagte Frank.

Dass das Problem längst gesehen ist, zeigt die angehängte Liste der Projektplanungen – wobei mit der Alten Post vor rund einem Monat Flensburgs Hotel Nummer 8 seine Tore öffnete – und die Stadt damit nicht nur um rund 160 Betten, sondern auch qualitativ vorangekommen ist. In Planung sind darüber hinaus der Kaysers Hof (122 Betten) 2016, Gerd Theilens Hotel am Neumarkt (120 Betten) 2017. Als „in der Ideenphase“ wird zudem ein weiteres Hotel im Bereich Ballastkai am Ostufer mit 150 bis 200 Betten genannt.

Klar wird in dem Report auch: Größere Gewerbeflächen sind in der Region eher knapp. Wireg-Chef Otzen berichtete, dass die Nachfrage nach Logistikflächen zeitweise bei 90 Hektar gelegen habe. Flensburg und Handewitt machten sich Gedanken, in unmittelbarer Grenznähe neue Flächen anzubieten, nachdem die gemeinsamen Flächen praktisch ausverkauft seien. Otzen: „Größere Flächen haben wir praktisch nur noch in Schuby und Eggebek.“

Levke Gloyer von der Immobilien-Marktforschung Bulwien-Gesa AG wies im Wettbewerb um die Fach- und Führungskräfte der Zukunft auch auf die Qualität guter Lagen hin: „Bürolagen wie in der Flensburger Innenstadt oder Wasserlagen wie Sonwik sind für Beschäftigte besonders attraktiv.“ Dabei gibt es für die Standortvermarkter noch viel zu tun: 80 Prozent der mittlerweile knapp 10  000 Studierenden des Flensburger Campus zieht es nach dem Abschluss wieder fort.

 

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