zur Navigation springen
Flensburger Tageblatt

13. Dezember 2017 | 12:24 Uhr

„Dieser Job rockt!“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bei der 14. Auflage der Fachmesse Nordjob geben über 110 Betriebe und Hochschulen Anregungen zu Ausbildung und Studium

shz.de von
erstellt am 14.Mai.2014 | 07:17 Uhr

Kaum zu glauben: Die ersten offiziellen Anlaufstellen für Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung in Flensburg gab es schon 1913 – streng getrennt für Jungen und Mädchen. Und wessen Geistes Kind zu dieser Zeit vorherrschte, verrät ein Blick in die „Flensburger Frauenzeitung“. Dort war vor exakt 100 Jahren Verblüffendes zu lesen: „Bis zur vollkommenen Entwicklung sollte das Mädchen im leichten Hausstand, am besten natürlich im eigenen untergebracht sein. Die jungen Dinger besitzen noch nicht die genügende Festigkeit des Charakters, um allen äußeren Gefahren Trotz bieten zu können.“

Alicia Kagens hat mit äußeren Gefahren kein Problem. Sie will zur Bundeswehr. Nicht nur, um ihren Charakter zu festigen. Die 18-jährige Gymnasiastin strebt ein Studium im kaufmännischen Bereich an. „Das ist finanziell attraktiv“, hat sie sich schlau gemacht. Und sie schätzt die Truppe, die für eine „Karriere mit Zukunft“ wirbt, als sicheren Arbeitgeber.

Einen von insgesamt 110 Ausstellern in der Flens-Arena: Institutionen, Betriebe, Fach- und Hochschulen informieren dort über Ausbildungs- und Studienchancen. Zur Nordjob, die heute um 14.45 Uhr zu Ende geht, werden 5000 Schüler aus der deutsch-dänischen Region erwartet. Die Fachmesse wird durchgeführt von der Agentur für Arbeit, dem Arbeitgeberverband, der IHK Flensburg und dem Institut für Talententwicklung (IfT). Zur Eröffnung war auch Staatssekretär Ralph Müller-Beck aus Kiel angereist, er hatte zu diesem Zweck sogar eine Kabinettssitzung sausen lassen und würdigte die Veranstaltung als einen Treiber für Wachstumsimpulse in einem Land mit strukturellen Problemen. „Ein akribisch vorbereitetes Zusammenspiel aller Akteure; ein Einstieg in den Beruf, in das Erwachsen werden und in die Gesellschaft an sich.“ Das Arbeitsmarktprogramm der Landesregierung sehe eine verstärkte Förderung der Dualen Ausbildung vor, um Fachkräfte zu gewinnen. „Das ist ein Diamant, den wir hier haben!“

Der Fachkräftemangel sei nach wie vor ein zentrales Thema, ergänzte Heike Döpke von der Arbeitsagentur. „Der Bedarf verschärft sich.“ Die Nordjob helfe jungen Menschen, sich die Breite ihrer Möglichkeiten ins Bewusstsein zu rufen. „Es geht darum, die häufigen Abbrüche von Ausbildung und Studium zu vermeiden.“ Michael Schack von der IHK sieht einen Erfolg der Messe darin, dass man sie zu einem Event gemacht habe. „Azubis finden das cool.“ Sie seien gefordert, eine Entscheidung für das Arbeitsleben zu treffen – „in Zeiten, wo jeder Zweite studiert, mit ungewissem Ausgang.“ Tatsächlich dürfte die Messe vielen Schülern dazu verhelfen, Fehlentscheidungen zu vermeiden, weil sie, so Fabian Geyer vom Arbeitgeberverband, „die ganze Breite der Unternehmen aus der Region“ abbildet. Da informiert die Altenpflege gegenüber dem Autohändler, Aldi neben der Ärztekammer. Der Rotary-Club bietet Vorträge über Berufe aus eigener Anschauung an. „Dieser Job rockt“, versucht sich ein Steuerbüro in jugendgerechter Sprache. Und während Leonie Buhr (18) von der Hermann-Tast-Schule in Husum über den Beruf als Diplom-Rechtspflegerin nachdenkt, versucht sich Björn Petersen (16) an der Herstellung eines Kerzenleuchters aus Kupfer. Sein Ziel: Anlagenmechaniker. Die 17-jährige Maja Hansen hingegen will zunächst hinaus in die Welt. „Work & Travel“ heißt die Zauberformel, die nach Kanada, Australien oder Neuseeland führt. Und dann? „Werde ich auf einer Farm arbeiten, einer Bananenplantage oder als Eisverkäuferin am Strand. „Das entscheide ich spontan.“

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen