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Flensburger Kliniken im Visier : Diebestour durchs Krankenhaus

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Dreimal schlagen Diebe in Diako und St. Franziskus am Freitag, dem 13. Mai, zu. Eine Mitarbeiterin kann Verdächtigen beschreiben. Die Polizei wertet ein Video aus.

shz.de von
erstellt am 24.Mai.2016 | 07:22 Uhr

Flensburg | Angelika Habermas* ärgert sich über ihre eigene Dummheit. Denn die 61-jährige Flensburgerin weiß es besser und wurde dennoch Opfer eines dreisten Diebes. In den frühen Abendstunden des Freitag, 13. Mai, geht sie ins St. Franziskus-Hospital. In der Geriatrie will sie eine Patientin besuchen. Für weniger als eine Dreiviertelstunde verlässt sie das Krankenzimmer – im Polizeibericht wird später der Zeitraum zwischen 17.30 und 18.10 Uhr aktenkundig. Habermas verstaut ihre Handtasche vorsorglich in der hinteren Ecke eines unverschlossenen Schranks, wie sie im Rückblick sagt, um nur ein geringes Risiko einzugehen. Während sie sich im Speisesaal aufhält, bleibt niemand im Krankenzimmer. Kurz darauf erzählen zwei Krankenschwestern, dass ein Unbekannter auf der Station unterwegs sei, berichtet Angelika Habermas, wohl in mehrere Zimmer geschaut habe und weg gerannt sei. Als sie ins Krankenzimmer zurückkehrt, weiß sie auch, warum der Mann es eilig hatte. Aus ihrer Handtasche sind Portemonnaie, Bankkarten, Telefon verschwunden.

Angelika Habermas ist an diesem Tag nicht der einzige Unglücksrabe. Insgesamt drei Fälle bestätigt Polizeisprecherin Franziska Jurga für den 13. Mai. Erst kurz zuvor sei es in der Diako zu zwei Diebstählen gekommen: „Beide Male hatten die Geschädigten ihre Geldbörse im Nachttisch liegen und für kurze Zeit das Krankenzimmer verlassen. Auch eine Telefonkarte nahm der Täter mit.“ In zwei Fällen habe der Täter einen dreistelligen Geldbetrag erbeutet, in einem Fall rund 30 Euro. Aufgrund der zeitlichen Nähe der Taten in den beiden Krankenhäusern schließt Franziska Jurga einen Zusammenhang nicht aus. Vermehrt kämen solche Diebstähle derzeit jedoch nicht vor.

Diebstahl sei immer mal wieder ein Problem, sagt Ole Michel, Pressesprecher der Diako, und werde sofort zur Anzeige gebracht. Allerdings werde den Tätern das Stehlen durch verschiedene Maßnahmen seit einigen Jahren erschwert. Die Diako beschäftige beispielsweise einen Sicherheitsdienst. „Punktuell und regelmäßig“, sagt Michel. Wann und wo der Sicherheitsdienst durch die Flure und Stationen geht, verrät der Diako-Sprecher aus taktischen Gründen natürlich nicht. Außerdem sind in einigen Bereichen des Krankenhauses Videokameras installiert worden. Des weiteren biete die Diako die Möglichkeit, Wertsachen sicher einzuschließen. Einmal im Jahr treffe sich zudem die Krankenhausleitung mit der Polizei zu einer Besprechung, so Michel. Grundsätzlich rät er Patienten und Besuchern davon ab, Geldbeträge und Schmuck mitzunehmen. Wenngleich am Abend sämtliche Zugänge außer dem Haupteingang verschlossen werden, bleibe es ein offenes Krankenhaus.

Franziska Mumm, Pressesprecherin des St. Franziskus-Hospitals, gibt dieselben Empfehlungen. Gleich bei der Aufnahme werden die Patienten darauf hingewiesen, keine Wertgegenstände ins Patientenzimmer mitzubringen oder notfalls Wertsachen in die Cafeteria mitzunehmen. Und wenn es gar nicht anders gehen sollte, gebe es abschließbare Schränke. In Ausnahmefällen stünde sogar ein Tresor zur Verfügung, sagt Mumm. Auch hier an der Waldstraße ist nachts nur noch der Haupteingang zugänglich und dabei rund um die Uhr besetzt.

Franziska Mumm kann bestätigen, dass einer Mitarbeiterin auf der Geriatrie am Tat-Tag ein verdächtiger Mann aufgefallen sei. Die Krankenhaus-Mitarbeiterin hat gegenüber der Polizei auch eine Personenbeschreibung abgegeben, sagt Polizeisprecherin Franziska Jurga. Demnach ist der Tatverdächtige zwischen 1,60 und 1,65 Meter und von schmächtiger Statur. Außerdem hat er kurze, hellbraune Haare und trug am 13. Mai eine helle, kurze Jeans, ein helles T-Shirt sowie ein blaues Basecap.

Und noch etwas könnte den Ermittlern der Kripo in diesem oder gleich in den drei Fällen helfen: „Vom 13. Mai gibt es Videoaufnahmen“, sagt Franziska Mumm.


* Name von der Redaktion geändert

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