Neue Stelle : Die Zukunft des Stadtverkehrs

Geballter Sachverstand in Sachen Mobilität: (v.l.) Anja Starick, Gunther Vandeck, Peter Schroeders, Maren Reimann und Alexandra Schütte (mit E-Bike).
Geballter Sachverstand in Sachen Mobilität: (v.l.) Anja Starick, Gunther Vandeck, Peter Schroeders, Maren Reimann und Alexandra Schütte (mit E-Bike).

Die Ex-TBZ-Chefin Maren Reimann übernimmt die Projektleitung für den Masterplan Mobilität. ÖPNV und Radverkehr sollen ausgebaut werden.

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25. März 2014, 16:31 Uhr

Früher nannte man es Verkehrskonzept 90, heute heißt es Masterplan Mobilität. In der Stadt des Klimapaktes muss es ein zentrales Ziel sein, den Individualverkehr zurückzufahren und den ÖPNV, den Fahrradverkehr sowie Car-Sharing-Modelle zu fördern. „Das Thema Verkehr hat eine große Bedeutung für die Stadtentwicklung“, sagt Chefplaner Peter Schroeders. Als Projektleiterin für den Masterplan Mobilität wurde jetzt Maren Reimann, die frühere Geschäftsführerin des Technischen Betriebszentrums, vorgestellt.

Mit welchem Inhalt der Masterplan am Ende gefüllt sein wird, weiß heute noch niemand. Mit konkreten Zielen und Maßnahmen tun sich alle Akteure schwer. „Es beginnt mit einer Analyse“, sagt Maren Reimann. Auch eine Evaluierung der Ziele der Vergangenheit könne helfen, künftige Ziele zu definieren. Es gehe nicht darum, einen Straßenausbauplan zu definieren, stellt Schroeders klar. Das Straßennetz stehe im Wesentlichen. Aber man könne die Frage stellen, ob man an der Hafenostseite eine vierspurige Ausfallstraße benötige. Und es gehe um den Modal Split, jenes Zauberwort, das die Verteilung des Gesamtverkehrs auf die Verkehrsarten beschreibt. Das Fahrrad liege derzeit bei 19 Prozent, sagt die Fahrrad-Beauftraget Alexandra Schütte, und diesen Anteil würde man gern auf 25 Prozent steigern.

Viele Köche rühren im großen Verkehrstopf mit herum. Das Thema ist Teil der Stadtplanung (Peter Schroeders) und der Stadtentwicklung (Anja Starick). Es gibt einen Verkehrsplaner (Gunther Vandeck) und eine Fahrrad-Beauftragte (Alexandra Schütte). Joachim Kaulbars sortiert den ÖPNV neu. Als halboffizielles Gremium befasst sich das Verkehrsforum viermal im Jahr mit der Thematik, und der Seniorenbeirat kümmert sich intensiv darum. Die Umsetzung baulicher Maßnahmen übernimmt das TBZ, und nicht zuletzt entscheiden die politischen Vertreter. Und in diesem Geflecht von gefühlten und tatsächlichen Zuständigkeiten soll Maren Reimann, die im Sommer 2013 aus offiziell nie genannt Gründen ihres Amtes beim TBZ enthoben worden war, einen Masterplan entwickeln.

Dass erst kürzlich die Mittel für den Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur gekürzt wurden, sehe zwar wie ein Widerspruch aus, räumte Schroeders ein und begründete dies schlicht mit der finanziellen Situation der Stadt: „Es war einfach nicht mehr drin. Aber ich bin optimistisch, dass wir da dran bleiben.“ Und Maren Reimann ergänzt: „Im Radverkehr gibt es im investiven Bereich einiges zu tun.“ Traumprojekte wie die Hafenquerung von der Neuen Straße zur Nordstraße schließt Schroeders kategorisch aus, hingegen werde der örtliche und überörtliche Schienenverkehr eine Rolle im Masterplan spielen. Es gehe um den „multimodalen Verkehrsteilnehmer“, sagte Anja Starick – also einer, der je nach Bedarf unterschiedliche Verkehrsmittel benutzt.

Schroeders warnte vor eine Ideologisierung der Diskussion und einer Einteilung in Gut und Böse. „Der Individualverkehr wird noch viele viele Jahre eine große Bedeutung in Flensburg behalten.“

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