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Zeitung in der Schule : „Die Zeitung ist nicht antiquiert“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

9000 Schüler aus ganz Schleswig-Holstein machen für drei Monate beim Projekt „Zeitung in der Schule“ mit.

shz.de von
erstellt am 22.Feb.2016 | 00:00 Uhr

Die Zahlen sind beeindruckend. Von der Flensburger Förde bis zur Elbe machen insgesamt 260 Schulen bei der neuen Runde „Zeitung in der Schule“ (Zisch) mit, erzählt Georg Konstantinow, Projektleiter für Jugend, Bildung und Medien beim Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag. „Das ist knapp die Hälfte aller Schulen in unserem Verbreitungsgebiet. Das Zisch-Projekt erfreut sich also ungebrochener Beliebtheit.“

Rund 60 Lehrer und Lehrerinnen aus ganz Schleswig-Holstein haben sich gestern zum Zisch-Auftakt für dieses Frühjahr im sh:z-Druckzentrum in Büdelsdorf versammelt. Sie wollten sich über das Projekt informieren, Tipps mit Kollegen austauschen und sich Ratschläge zum journalistischen Schreiben geben lassen.

Rund 9000 Schülern im Alter von 8 bis 18 Jahren werden in den kommenden drei Monaten eine der 21 Tageszeitungen des sh:z und des A. Beig-Verlags in ihre Klassenzimmer geliefert. Mit Hilfe der Zeitungen verfolgen sie aktuelle Ereignisse in Politik, Wirtschaft oder im Lokalen, lernen, sich in einem Printmedium zu orientieren und nutzen die Artikel als aktuelles Unterrichtsmaterial. Die Schüler können dabei auch selber journalistisch tätig werden und eigene Texte verfassen, die dann in der Zeitung veröffentlicht werden.

Er werde oft gefragt, wie lange es denn die Zeitung noch gebe, über das Internet seien doch heute alle Informationen zu beschaffen, erzählt Dirk Jennert, Redaktionsleiter der Landeszeitung in Rendsburg, in seiner Begrüßungsrede. „Aber die Flut der Informationen im Internet ist unübersichtlich“, sagt Jennert. Und die Einordnung von Informationen gehöre zu den wichtigsten Kompetenzen einer Zeitung im Internet-Zeitalter. „Deshalb ist die Zeitung überhaupt nicht antiquiert.“ Als Beispiel führt Jennert einen Zwischenfall in einer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge an, zu dem die Polizei mit Großaufgebot gefahren sei. Danach habe es im Internet in sozialen Netzwerken viele Gerüchte von einer Massenschlägerei bis hin zum Mord gegeben. „Meine Kollegen haben alles geprüft, recherchiert, aus Gerüchten Informationen gemacht – und es stellte sich heraus, dass es nur eine kleine Rangelei unter jungen Leuten war.“ Solche Ereignisse zeigten wie wichtig es sei, eine Zeitung zu lesen. Durch ihre Teilnahme am Zisch-Projekt würden Schulen diese Erfahrung für Ihre Schüler möglich machen, das Lesen fördern und die Allgemeinbildung von Schülerinnen und Schülern stärken.

Kathrin Anders vom Kopernikus-Gymnasium in Bargteheide ist zum ersten Mal dabei. Sie wurde von Kollegen auf das Angebot aufmerksam gemacht und ist neugierig. „Ich unterrichte in der achten Klasse als Wahlpflichtfach Medienkunde, ich möchte, dass meine Schüler praktisch mit der Zeitung arbeiten, wir wollen auch selbst Artikel anfertigen“, erzählt Anders, die selbst als freie Mitarbeiterin Erfahrungen im Journalismus gesammelt hat. Zisch soll dabei helfen, Medienkompetenz zu erwerben. „Das hat ja auch etwas mit dem richtigen Leben zu tun.“ Sie habe noch keinen Schüler in der Schule mit einer Zeitung gesehen, sagt Sabrina Bieber, Lehrerin am Gymnasium Schenefeld (Kreis Pinneberg). Deshalb sollten sie lernen, damit umzugehen. „Ich will meine Schüler für die Zeitung begeistern, so dass sie sie auch danach noch lesen und sich nicht nur im Internet oder im Fernsehen informieren.“

Sie habe immer wieder Artikel der sh:z-Kindernachrichten-Seite „Kina“ mit zur Schule genommen und aufbereitet, dann habe sie von Zisch gehört, erzählt Sabine Klenk von der internen Schule der Eckernförder Kinder- und Jugendhilfe. Über das Projekt will sie die Arbeit mit der Zeitung in alle Fächer integrieren. Denn eines ist für sie klar: „Nach dem Abschluss sollen unsere Schüler wissen, wie sie eine Zeitung lesen und wo sie was finden.“  

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