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Stadtteile in Flensburg : Die Zeit ist reif fürs Familienzentrum

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Teil 2 der Stadtteilserie: In Fruerlund sind der Um- und Ausbau der Grundschule, die Verkehrserschließung und der Volkspark wichtige Themen

shz.de von
erstellt am 28.Dez.2016 | 07:00 Uhr

Seit zwei Jahren ist in Flensburg geregelt, wie und wann die Stadtteilforen als politische Vertretungen der Quartiere eingebunden werden müssen. Seit diesem Jahr nun engagiert sich in jedem Stadtteil mindestens ein Forum. Grund genug für das Tageblatt, zum Jahresende Bilanz zu ziehen und zu fragen, wo im Stadtteil der Schuh drückt. Ergänzt wird der Stadtteil-Überblick durch Daten des gerade vorgelegten Sozialatlas 2016. Zu beachten ist, dass die Gebiete, um die sich verschiedene Foren kümmern, nicht immer mit den Verwaltungsgrenzen der Stadtteile übereinstimmen. Heute: Fruerlund.

 

Was ist das Besondere an Ihrem Stadtteil, das ihn von allen anderen unterscheidet?

Fruerlund ist ein gewachsener Stadtteil mit vielen Bewohnern, die schon Jahrzehnte im Viertel leben. Entsprechend identifizieren sich die Menschen stark mit ihrem Stadtteil. Mit dem zentralen Engagement des Selbsthilfe-Bauvereins (SBV) ist trotz beachtlicher Veränderungen eine gesunde „Durchmischung“ entstanden. Der Zusammenhalt von Mietern und Eigenheimbesitzern ist besonders ausgeprägt. Soziale Konflikte sind selten. Die sehr hohe Beteiligung an unseren Forentreffen zeigt, dass die Menschen an den Veränderungen ihres Stadtteils teilhaben wollen, ihr Umfeld liegt ihnen also am Herzen.

 

Auf welchem Gebiet hat sich im Stadtteil 2016 etwas bewegt?

Die Weiterentwicklung des Volksparks mit dem maßgeblich vom Verschönerungsverein Flensburg realisierten Aussichtspunkt und die politische Aufmerksamkeit für ein neues Volkspark-Konzept gehören zu den schönen Initiativen und Erfolgen, die wir aktiv begleitet haben. Die Sicherheit für unsere Schul- und Kita-Wege konkret zu verbessern sowie alles, was sich mit den Auswirkungen der Neubau-Entwicklungen in unserem Gebiet befasst, standen kontinuierlich auf unserer Agenda.

Die gesamte Entwicklung um das bezaubernde Gebiet des Fruerlundhofs ist von großer Bedeutung für uns. Mit der Einrichtung unserer Homepage (www.forum-flensburg-fruerlund.de), der Aktivierung unserer 24-Stunden-Hotline (0461 - 14 50 55 18) und dem Aufstellen unseres Schaukastens bei der Nospa an der Fichtestraße haben wir innovative, barrierearme und zugleich direkte Wege gefunden, alle Einwohner zu erreichen und zu aktivieren. Die Analyse der Pflegesituation die Stadtteilparks betreffend; die sich wiederholende Diskussion und Auflösung unbefriedigender Verkehrssituationen; das Hinterfragen von Baustellenkonflikten; die aktive Teilhabe an der Hafen-Ost-Entwicklung sind nennenswerte, konstruktive Erfolge unseres weiterhin sehr jungen und ebenso aktiven Forums.

 

Was ist das größte Thema, das 2016 im Stadtteil liegen geblieben ist?

Die verkehrliche Entwicklung konnte nicht befriedigend geklärt werden, da immer noch intensive Baumaßnahmen laufen. Ausreichender Parkraum und die Verkehrsführungen in ganz Fruerlund bewegen die Menschen mehr, als es von Entscheidern wahrgenommen wird. In einer breit diskutierten Gesamtplanung sind diesbezüglich nach Abschluss der Bauarbeiten dringend gemeinsame Verbesserungen und Lösungen zu finden.

 

Wie soll es mit diesem Thema weitergehen, wie könnte es vorankommen?

Neben der Meinung des Einzelnen ist die fachliche Beratung gefragt. Ein ehrlicher Dialog, warum bestimmte Vorschläge nicht umsetzbar sind, die Bereitschaft nachzubessern, selbst wenn sich Verwaltungsvorstellungen als nicht praktikabel erweisen, sind Entwicklungen, die zu funktionieren beginnen. Dieses Selbstverständnis wird noch nicht an allen Stellen gelebt. Insbesondere mit einem neuen partnerschaftlichen und gemeinsamen Blick sollte die gesamte Verkehrsführung sowie die Parkraumbewirtschaftung in Fruerlund neu bewertet werden. Dazu werden wir den Dialog führen.

 

Welches weitere Thema wollen Sie 2017 anpacken?

Der Vorhabenplan der Stadt sieht seit Jahren einen Neubau der Grundschule und der Kindertagesstätte Fruerlund vor. Wir brauchen dieses neue Familienzentrum dringend im Stadtteil. Diese Planungen möchten wir aktiv begleiten, voranbringen sowie die Politik als auch die Verwaltung gern beraten und unterstützen. Dass der Volkspark seinem Namen wieder alle Ehre macht und dass die Planungen rund um unser Stadion in der Fichtestraße breit und öffentlich diskutiert werden, sind ebenfalls bedeutende Themen für uns Fruerlunder.

 

Was wünscht sich Ihr Stadtteilforum von der neuen Oberbürgermeisterin?

Flensburg leidet seit Jahrzehnten unter einem mehr oder weniger isolierten beziehungsweise bürgerfernen Verwaltungshandeln. Viele Verantwortliche haben die sich daraus unnötig ergebenen Nachteile für ihren eigenen Erfolg mittlerweile erkannt. Grundsätzlich sind die Verantwortlichkeiten im Rathaus klarer zu benennen, und einigen leitenden Mitarbeitern sollte intensiver verdeutlicht werden, dass der langfristige Erfolg ihrer Arbeit ein Zugehen auf die Menschen erfordert. In dieser Realität haben Geheimhaltung, Trickserei oder Verzögerungstaktik keinen Platz mehr. Unterm Strich: Transparenz, rechtzeitige Beteiligung und darauf basierend ein unter allen Umständen fairer Umgang miteinander.

 

Was wünscht sich Ihr Stadtteilforum von der Flensburger Politik?

In der Vergangenheit kam es zu vermeidbaren Bevormundungen. Wie in der Verwaltung, so „wusste man“ auch in der Kommunalpolitik bis vor Kurzem noch besser, was für unseren Stadtteil gut ist als wir, die wir jeden Tag in unserem Stadtteil leben. Wir wünschen uns möglichst viele, echte Kontakte, die uns Ernst nehmen und unsere Anliegen im Rat vertreten. Wir wünschen uns ein unvoreingenommenes, „offenes Ohr“ für unsere Wünsche und Anregungen.

 

Welches Thema im Stadtteil hätte mehr Aufmerksamkeit verdient?

Es nur auf ein Thema zu begrenzen, würde unseren vielen Anliegen nicht gerecht werden. Gern hätten wir öfter eines der nur zwei (!) vorhandenen Geschwindigkeitsüberwachungsgeräte von Flensburg bei uns im Einsatz. Seit Jahren wartet unsere freiwillige Feuerwehr auf ein adäquates Quartier, in dem ihre Einsatzfahrzeuge nicht mehr einfrieren. Die Verkehrsführung und Wegeplanung im Stadtteil sowie eine konkrete Umgestaltung und vielleicht auch touristische Erschließung des Volksparks sind ebenso spannende Themen wie der so wichtige Neubau des viele Jahre verschobenen Familienzentrums (Kindercampus) oder die Sanierung und Aufwertung des Stadions in Fruerlund.

Teil 3: Die Nordstadt
 

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