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Flensburger Tageblatt

18. August 2017 | 17:02 Uhr

Glücksburg : Die Zeichen stehen auf Trennung

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Glücksburger Politiker erwägen den Ausstieg aus der Verwaltungsgemeinschaft mit Flensburg. Die Verwaltung soll Alternativen prüfen.

Glücksburg | Die Glücksburger Politiker sind unzufrieden. Zum Beispiel mit der Verwaltungsgemeinschaft mit Flensburg. Der SSW reichte auf der jüngsten Sitzung des Finanz- und Hauptausschusses einen Antrag ein, die Verwaltungsgemeinschaft noch bis zum Jahresende zu kündigen. Die Partei argwöhnt, dass Glücksburg eingemeindet werden soll. Die Personalsituation im Glücksburger Rathaus sei schlecht, genauso wie die sich stetig ändernden Aussagen über Einnahmen und Ausgaben, stellte Marcus Dechange (SSW) fest.

Auch John Witt, in dessen Amtszeit die Gemeinschaft gegründet wurde, sieht das Vertragswerk als nicht passend für Glücksburg an, wie er auf Anfrage mitteilte. Die amtierende Bürgermeisterin Franke fand die Idee einer Kündigung „reizvoll“.

Bernd Ullrichsen von der Stadt Flensburg, zuständig für Finanzen, möchte sich nicht über die Qualität der Gemeinschaft äußern. Ein Zusammenschluss mit einer anderen Verwaltung sei für Glücksburg nach einer Kommunalreform im Jahr 2006 notwendig geworden. Dass Glücksburg zusätzlich noch der Kommunalaufsichtsbehörde des Kreises unterstehe, mache die Situation nicht einfacher, gibt er zu.

Zu einer Abstimmung kam es nicht. Die Verwaltung wurde beauftragt, Angebote für Alternativen bei Kommunalberatungs-Unternehmen einzuholen. Eine Möglichkeit sahen die Ausschussmitglieder im Zusammenschluss mit dem Amt Langballig. Zum anderen wollten sie neue Erkenntnisse durch das Vorbild Lübeck-Travemünde gewinnen.

Die hohen Schulden und die aus Schleswig angeordnete Erhöhung der Grundsteuer B waren weitere Themen der Sitzung. Neben der nicht lukrativen Verwaltungsgemeinschaft mit Flensburg nannte Ausschussvorsitzender Gerd Pirschel die gestiegenen Sozialleistungen als Ursache für den hohen Schuldenberg. Durch die Betreuung der unter Dreijährigen seien die Kosten von 300  000 Euro auf 600  000 Euro im Jahr gestiegen. Verdoppelt hätten sich auch die Kosten für die Grundschule auf 1,5 Millionen Euro. Die Betreuungsangebote stünden aber nicht zur Diskussion, solche Leistungen seien inzwischen Standard. Die neue Promenade und die Fördeland-Therme als weitere große Kostenfaktoren wurden ebenfalls genannt.

DLRG-Vorsitzender Horst Petersen saß als Zuschauer in der Sitzung, sagte anschließend: „Es kann nicht sein, dass alle auf die Therme schimpfen.“ Er wünsche sich ein differenzierteres Urteil der Glücksburger. Das Bad sei wichtig, auch wenn es Kosten verursache.

Auch andere Bürger Glücksburgs hatten an dem Abend Gesprächsbedarf. Die neu gegründete Bürgerinitiative Glücksburger Zukunftsforum traf sich mit 20 Personen im Restaurant Opatija. Einzelne Arbeitsgruppen referierten über Ideen zur Stadt-Gestaltung und -Entwicklung. So sprach man sich gegen die Bebauung des Rasenstückes neben dem Rathaus am Schinderdam aus und für eine Galerie-Nutzung in leer stehenden Geschäften. Und sogar die Möglichkeit zur Gründung einer Bürgerstiftung, um Glücksburgs Handlungsfähigkeit zu wahren, wurde vorgestellt. Nächstes Treffen ist am 17. Januar 2017 um 19 Uhr am selben Ort.

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erstellt am 09.Dez.2016 | 11:00 Uhr

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