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Museumshafen Flensburg : Die Weltumsegler vom Bohlwerk

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kurt Svenssons literarische Reise: Im Metfass nach Dänemark, über Island nach Amerika – und über Afrika und Arabien irgend wie wieder zurück

shz.de von
erstellt am 10.Nov.2017 | 08:27 Uhr

Dass er hauptberuflich als Hausmeister an der Waldorfschule arbeitet, hat Kurt Svensson (60) nicht daran gehindert, heimlich zum Autor maritimer Abenteuer einer weltumsegelnden Wikingercrew zu werden: „Einmal umme Ärde“ heißt die Buchreihe, in der er sich mit Wikinger Ole bereits von Dänemark über Island nach Grönland vorgearbeitet hat. Und das vierte Bändchen maritimer Segelabenteuer auf Neufundland auf dem Sprung nach Amerika ist schon in Arbeit.

Eigentlich spielen die Geschichten – historisch korrekt – vor rund 1100 Jahren auf den Handelswegen der Wikinger. Aber mit dem Marstal-Schoner „Annemarie Petersen“, den es erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts gibt, über die Weltmeere zu fahren, ist für Autor Svenson und seinen Mitstreiter Harald Harpke vom Museumshafenein ein bewusster Bruch mit der Geschichte und Teil der künstlerischen Freiheit. Und weil Segeln ja auch ihre andere Leidenschaft ist, bekommt der Leser im Beiblatt eine Beschreibung der kompletten Takelage des Schoners mit. Auch textlich findet Svensson, der in Flensburg in Hafennähe aufgewachsen ist, sicher einen Slalom durch Hochdeutsch, Platt, Dänisch und Petuh: „Ein Lektor würde uns das Buch in der Luft zerreißen“, sagt Harald Harpke. Er ist so etwas wie Svenssons Rundum-Sorglos-Paket: Titel-Grafik, Marketing, Vertrieb, Pressekontakte. Der Mann, der in den 80er Jahren die entscheidende Beharrlichkeit aufbrachte, um den Salondampfer Alexandra vorm Verschrotten zu retten, kümmert sich um alles – sogar um die Finanzierung. Als gnädigen Lektor fand das Duo vom Museumshafen Waldorflehrer Reinhard Schmidt.

Den ersten Band hat Kurt Svensson eigentlich für Enkel Jeppe (4) geschrieben. Da war Ole noch der kleine Wikinger. Doch als an der Waldorfschule, die mit dem Museumshafen das kleine Schulschiff „Minna Röder“ im Lüttfischerhafen verbindet, binnen 14 Tagen der Erstdruck von 100 Exemplaren vergriffen war, wollte Svenson mehr: „Ich lass die jetzt 18 werden und einmal um die Welt segeln“ – einmal umme Ärde eben. Am Ende sollen 13 Bände herausgekommen – und die Crew der Annemarie Petersen auf Indianer, Brasilianer und Saudis getroffen sein.

Wer’s nicht glaubt: Hörproben gibt es auch auf CD und Youtube. Dort liest Kurt Svensson Küstenliteratur schauplatzsicher auf einem Findling am Fördestrand, – oder zwischen großen Holzfässern in der Marienburg von Johannsen Rum.


Nächste Lesungen: Heute um 19 Uhr im Brasseriehof (Kulturhof), 23. November und 15. Dezember jeweils um 19 Uhr im Brasseriehof. 17. Dezember auf der „Gesine“. Die Bücher gibt es bei Rüffer und auf den Lesungen.

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