"Die Weißen kommen": Theater thematisiert die Versklavung

Belgien (links) untersucht, wie viel die Sklavin (England) wert ist'. Foto: klingsporn
Belgien (links) untersucht, wie viel die Sklavin (England) wert ist". Foto: klingsporn

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28. November 2011, 06:19 Uhr

flensburg | Grünes Licht. Eine verzerrte Stimme spricht zu vier starren Menschen in weiß. Die Befehle des "Masters of the Uni verse" werden befolgt - jeder möchte in die nächste Runde des Spiels "Weiß gegen Schwarz". Und jeder der vier Spieler Deutschland, Belgien, Frankreich und England möchte auf der weißen Seite bleiben, statt auf die schwarze geschickt zu werden. Macht ja auch viel mehr Spaß jemanden zu quälen als gequält zu werden. Also versuchen sie das Publikum davon zu überzeugen in Afrika zu investieren, "ohne Risiko" und man würde der Bevölkerung helfen, indem man die Preise hochtreibt.

Das Theaterstück "Die Weißen kommen" der Berliner Compagnie in der Theaterschule vermittelte die Ausbeutung der schwarzen Bevölkerung durch die weiße - ohne eine Facette auszulassen. Begann es mit Investitionen in die afrikanische Industrie, ging es weiter mit Sklaverei und Aufständen. England war der erste Spieler, der die Spielregel brach, musste auf die andere Seite. Die verbliebenen Weißen spielen ihr "Weiß gewinnt um jeden Preis"-Spiel weiter. Behandeln England wie eine Sklavin. Doch einer nach dem anderen verfällt dem Mitleid, kann die Aufstände nicht zurückhalten und muss auch auf die schwarze Seite wechseln. Muss auf der Plantage arbeiten bis nicht mehr gerade gestanden werden kann. Nun flehen sie: "Wir möchten nicht mehr weiterspielen!" - Unterdrückt werden ist nun ’mal kein Spaß.

Irgendwann finden die vier mittlerweile schwarzen Gestalten heraus, dass der Gamemaster nicht mehr als heiße Luft und Licht ist. "Juhu, der Neokolonialismus ist besiegt!" - Oder?

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