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Schleswig-Flensburg : Die Synode reduziert sich selbst

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Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Zahl der Mitglieder wird bei der bevorstehenden Wahl im Herbst von 121 auf 99 verringert. Der gesamte Kirchenkreis Schleswig-Flensburg bildet dann einen Wahlbezirk.

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erstellt am 09.Mai.2017 | 13:00 Uhr

Schleswig | Wenn in diesen Tagen von der Wahl die Rede ist, geht es meist um die gerade beendete Landtagswahl, die Entscheidung darüber, die Auswirkungen der Präsidentschaftswahl in Frankreich oder auch schon um die Bundestagswahl am 24. September. Ein wenig im Hintergrund steht dagegen die Synodenwahl im Kirchenkreis Schleswig-Flensburg, die ebenfalls im September stattfindet. Aber auch die sorgt für Diskussionen – in den insgesamt 65 Kirchengemeinden wird darüber gerätselt, warum der gesamte Kirchenkreis zu einem einzigen großen Wahlbezirk gemacht wurde, der sich zwischen Schafflund und Norderstapel sowie Eggebek und Gelting ausbreitet. Der Kirchenkreis Dithmarschen beispielsweise ist ganz bewusst in fünf Wahlkreise unterteilt worden. Begründung: Dadurch soll gewährleistet werden, dass alle Regionen des Kirchenkreises in der Synode vertreten sind.

Die anstehende Wahl wird im Kirchenkreis einiges verändern – und das hängt unter anderem mit der Fusion der ehemaligen Kirchenkreise Angeln, Schleswig und Flensburg zusammen, die sich 2009 zum Kirchenkreis Schleswig-Flensburg zusammenschlossen. „In der Phase des Zusammenwachsens war es uns wichtig, möglichst viele Menschen zu beteiligen“, erklärt Pröpstin Johanna Lenz-Aude. Deshalb ist die aktuelle Synode mit 121 Personen sehr üppig besetzt – und die Synode ist bereits seit acht Jahren im Amt. Üblich sind sechs.

Jetzt hat die Synode beschlossen, zur Normalität zurückzukehren und die Zahl ihrer Mitglieder auf 99 zu reduzieren. Gewählt wird im September, der Anmeldeschluss für Vorschläge endet Ende Mai. Gewählt werden 54 sogenannte ehrenamtliche Gemeindesynodale. Sie dürfen nicht bei der Kirche beschäftigt sein, auch nicht ehrenamtlich. Hinzu kommen 18 Pastoren, neun Mitarbeiter, neun Angehörige aus Diensten und Werken (maximal die Hälfte hauptamtlich) sowie neun Personen, die noch vom derzeit amtierenden Kirchenkreisrat berufen werden. „Uns geht es bei der Zusammensetzung der Synode auch darum, ein möglichst breites Spektrum abzudecken“, erklärt Pröpstin Johanna Lenz-Aude. Das heißt – wenn beispielsweise Frauen oder Jugendliche unter den Synodalen schlecht vertreten sind, können sie berufen werden.

Dass der große Wahlkreis zu einem Problem werden könnte, glaubt Pröpstin Johanna Lenz-Aude nicht: „So hat es die Synode beschlossen, und so sieht es auch das Wahlgesetz der Nordkirche vor. Nur in Ausnahmefällen sollen Wahlbezirke gebildet werden – und dafür gibt es keinen Grund.“ Der neue Kirchenkreis sei gut zusammengewachsen“, argumentiert die Pröpstin, die bisher vorliegenden Vorschläge seien gut auf die einzelnen Kirchengemeinden verteilt, sodass keine Gefahr bestehe, dass einzelne Regionen unterrepräsentiert sein könnten. „Der Kirchenkreis ist zu einer Einheit geworden – und das dokumentieren wir nun auch durch die Wahl.“ Zudem werde es, wenn die Bewerbungsfrist angelaufen ist, Flyer geben, in denen sich die Kandidaten vorstellen können. „Ich bin zudem überzeugt, dass politisch abgestimmt wird. Dass nicht Bekanntheitsgrad oder räumliche Nähe den Ausschlag geben, sondern die Inhalte, für die die einzelnen Kandidaten stehen.“

Als Argument für den Groß-Wahlbezirk führt Johanna Lenz-Aude auch die Vereinfachung des Verfahrens an.

Die Synode ist so etwas wie das Parlament des Kirchenkreises. Sie beschließt unter anderem über den Haushalt, die Verteilung der Mittel an die Gemeinden, sie wählt die Pröpste und entscheidet auch über die Zuteilung von Pastoren-Stellen. „Durch diese Kompetenzen bestimmt die Synode letztlich auch die inhaltliche Arbeit und die Ausrichtung der Arbeit im Kirchenkreis“, sagt Johanna Lenz-Aude.

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