zur Navigation springen

Radfahren in Flensburg : Die Suche nach den besten Radrouten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Eine Erhebung zu den Lieblingswegen der Flensburger Fahrradfahrer kommt zum Teil zu überraschenden Ergebnissen

shz.de von
erstellt am 27.Jul.2017 | 12:43 Uhr

639 Flensburger Fahrradfahrer können sich nicht irren: Eine aufwendige Umfrage, an der vor allem Viel- und Ganzjahresradfahrer teilnahmen, zeigt, welche Wege Radler zwischen Peripherie und Innenstadt in Flensburg am liebsten nehmen. „Wer viel fährt und täglich pendelt, möchte schnell durch die Stadt durchkommen“, ist eine Schlussfolgerung des Autors der Erhebung, des Flensburger Diplom-Ingenieurs, Verkehrsunternehmers und leidenschaftlichen Fahrradfahrers Tim Meyer-König. Seine Ergebnisse der Routennutzung zeigten, dass sich die Fahrradfahrer bei der Routenwahl nicht eindeutig nach einem Kriterium richten: Wenig Autoverkehr und durchgehender Radweg wurden geringfügig wichtiger eingeschätzt als kurze Distanz und schnelles Fahren. Ampelzahl und Steigung spielten demnach schon eine geringere Rolle bei der Routenwahl.

Die Kriterien passen allerdings nicht zu den Wegen, die sich in den Stadtteilen als Lieblingswege in die Innenstadt zeigten: So wird zum Beispiel in Richtung Mürwik der Förderadweg über Sonwik bevorzugt, was zeige, dass Radfahrer doch gern dem Autoverkehr aus dem Weg gehen. Auf der anderen Seite wird aus der City in Richtung Tarup die Kappelner Straße samt Adelbylund maßgeblich genutzt, wo es kaum getrennte Radwege gibt. Hier scheint die Minimierung der Distanz vorrangig zu sein, so Meyer-Königs Erklärung. Er vermutet, dass vor allem die Busbetriebe die Radfahrer von wichtigen Hauptverkehrsstrecken in die Stadt wie Adelbylund auf Nebenstrecken bringen wollen. Im Radwegenetz 2012 der Stadt tauchte etwa Adelbylund, eine zentrale Verbindung zur City für Radfahrer im Flensburger Osten, noch auf. Nach und nach sei sie aber aus den Radverkehrsplanungen verschwunden. Auf Wunsch der Busunternehmen? Meyer-König berichtet aus Gesprächen mit der Stadt, die seine Daten-Erhebung grundsätzlich begrüßt habe. Dort werde Radverkehr als „Angebotsplanung“ verstanden. Nun soll die aktuelle Erhebung also die Nachfrageseite ergänzen.

Richtung Engelsby sind die Routen Nordstraße, Lautrupsbach und Glücksburger Straße praktisch gleichgewichtig am meisten genutzt, weniger Adelbyer Straße und Adelbylund. Zwischen Südstadt und Innenstadt ist die Magistrale Schleswiger Straße für die meisten Radler auch die Route der Wahl. Die Weicher Radler fahren doch am liebsten über die Exe in die Stadt, gefolgt von der virtuellen Route Bahndamm (entspricht am ehesten der Strecke über die Nikolaiallee). Wer aus dem Westen kommt, scheint keine Steigung zu fürchten: Hier erhielt die Strecke über die Toosbüystraße die meisten Nennungen. Und die Harrisleer entscheiden sich am häufigsten für Harrisleer Straße oder ebenfalls die Toosbüystraße. Und Nordstadt-Radfahrer kommen überraschenderweise noch lieber über den Brauereiweg als über die Apenrader Straße. Die Norderstraße ist jedenfalls für die wenigsten Radler attraktiv.

Tim Meyer-König hofft, dass die Planer mit seinen Daten nun gute Lösungen finden, die allen Verkehrsteilnehmern helfen. Wenn Autofahrer – angesichts der wachsenden Stadt und des zunehmenden Gesamtverkehrs – aufs Fahrrad umsteigen, gebe es deutlich weniger Probleme: „In meinen Augen nimmt der Stadtverkehr massiv zu.“ Aber auch der Fahrradverkehr ist seinen Beobachtungen zufolge in den vergangenen Jahren stark angestiegen – angesichts zuletzt stark gestiegener Studentenzahlen und jedes Jahr 1000 zusätzlichen Einwohnern nicht verwunderlich: Meyer-König sagt: „Mein Ziel war, dass die Stadt die Wunschrouten der Radfahrer bekommt – und die Information, wo was nicht gut ist.“


>http://velorouten.bikelog-flensburg.de


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen