zur Navigation springen
Flensburger Tageblatt

18. Oktober 2017 | 02:26 Uhr

Neujahrsempfang : Die Stadt gibt sich die Ehre

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Am Wochenende fand der 33. Neujahrsempfang mit Jahresbilanz und Ausblick statt. 3000 Besucher sahen und hörten Musik und Kabarett, Sport und Tanz.

shz.de von
erstellt am 11.Jan.2016 | 10:48 Uhr

Ein ganzes Jahr im Zeitraffer und eine ganze Stadt in einem Haus: Das ist – kurz und prägnant – Flensburgs Neujahrsempfang. 2015 ist in Flensburg so viel geschehen, dass Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar mit den ihr zugedachten 15 Minuten nicht ganz auskam. Dass die beiden Petuh-Tanten später inhaltlich einen etwas anderen Schwerpunkt setzten, überrascht nicht und ist Teil des Konzeptes.

Der Oberbürgermeister in Amtskette, Ratsfrauen und -herren, aktuelle und ehemalige, der Nospa-Chef, der TBZ-Chef, Vertreter der Marine, der Hochschulen und zahlreicher weiterer Institutionen mischten sich gestern ab 10.30 Uhr unters Volk im großen Saal. Schnell füllten sich die Ränge auf der Galerie mit Menschen, die das Geschehen sitzend und mit gutem Blick auf Bühne und Saal verfolgen wollten.

Traditionell spielen die Stadtbläser den Soundtrack zum Besucheransturm. Die haben mittlerweile nichts Altbackenes oder Volkstümelndes mehr an sich, sondern müssten vielleicht mal über eine Namensänderung nachdenken. Wie wäre es mit „Flensburg Brass“? Von Udo Jürgens über James-Bond-Filmmusik bis hin zu Robbie Williams reichte das fetzige Repertoire der Big-Band.

Die Stadtpräsidentin begann mit zwei guten Nachrichten: Die Einkommen seien gestiegen, die Arbeitslosenzahlen gesunken. Sie spannte den Bogen von Entwicklungen in Gastronomie und Tourismus (Heimathafen, Alte Post, Kayser’s Hof) über die Vielfalt der kulturellen Angebote und die neue Ehrenbürgerin Renate Delfs bis zum Pokalsieg der SG Flensburg-Handewitt. Sie erwähnte den 70. Jahrestag des Kriegsendes und Flensburgs besondere Rolle dabei, das Miteinander von 130 Nationalitäten in der Stadt und die dazu gehörenden Institutionen FUEV und ECMI.

Das große ehrenamtliche Engagement für durchreisende Flüchtlinge am Bahnhof, das bundesweit in Medien Beachtung fand, handelte die Stadtpräsidentin eher kurz ab, erwähnte das Helferfest im Rathaus und die Auszeichnung der Helfer als Menschen des Jahres. Vor dem Hintergrund der Ereignisse in Köln und anderen Städten verwies sie auf Artikel 2 der Genfer Flüchtlingskonvention und beklagte, dass sich nicht alle Flüchtlinge an die hier geltenden Gesetze halten wollen.

Ausführlich widmete sich Swetlana Krätzschmar dem erschreckend starken Anstieg an Wohnungseinbrüchen – im Dezember um 70 Prozent! Ein Lob gab es für die örtlichen Medien wegen der ausführlichen Berichterstattung hierzu; der Druck auf die Politiker müsse im Sinne eines besseren Schutzes des Eigentums hoch gehalten werden.

„Wo ist denn uns Moderator hin?“, fragte Frau Krischansen ihre eingebürgerte Bekannte mit Migrationshintergrund, Frau Karagüs. „Jo wo blieb ihm nur ab?“ In unnachahmlicher Art und immer wieder von Applaus unterbrochen nahmen die beiden aktuelle Entwicklungen aufs Korn: die erneute Suche nach einer Flüchtlingskoordinatorin, die Hilfe am Bahnhof und die Schulden: „Uns Haushaltskasse – sie ist ein schwarzes Loch!“ Da macht man sich Sorgen um den Kämmerer: „Wenn er man bloß nicht auf die Dicke Nissen Anstalt zu liegen kommt!“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen