Jobs in Flensburg : Die Stadt der 42.500 Arbeitsplätze

Hans-Martin Rump: „Wir müssen zunehmend daran arbeiten, Jugendlichen einen beruflichen Abschluss zukommen zu lassen.“
Hans-Martin Rump: „Wir müssen zunehmend daran arbeiten, Jugendlichen einen beruflichen Abschluss zukommen zu lassen.“

Fast unbemerkt entstehen in Flensburg jedes Jahr rund 1000 zusätzlich sozialversicherungspflichtige Jobs

shz.de von
31. Januar 2018, 16:17 Uhr

So ganz große Sorgenfalten muss Hans-Martin Rump derzeit nicht auf der Stirn haben. Der Arbeitsmarkt in Flensburg hat sich im vergangenen Jahr freundlich entwickelt. Die Zahl der Arbeitslosen in der Stadt ist um weitere 89 gesunken. Damit kann der Arbeitsagenturchef mit 4348 Jobsuchern auf 2610 Arbeitslose weniger als 2005 verweisen – 2005 ist das Jahr, in dem die Hartz-Gesetze umgesetzt wurden. „Der Trend ist augenscheinlich, obwohl wir seit zwei bis drei Jahren das Thema Asylflucht bearbeiten“, sagt Rump. Ohne diesen Sondereffekt führte die Statistik noch 270 Arbeitslose weniger. Andererseits meldet er auch hier erste Erfolge: Aus den nichteuropäischen Asylherkunftsländern seien inzwischen 228 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt: „Das ist fast eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr.“

Auch dass es in Flensburg mittlerweile rund 42 500 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze gibt, ist ein Beweis für die robuste Konjunktur. Damit ist die Zahl der Jobs in der Stadt binnen fünf Jahren um 4348 gewachsen. Allein im vergangenen Jahr sind noch einmal 1018 echte Arbeitsplätze dazugekommen. Wer sich die Beschäftigtenstatistik genauer ansieht, stößt allerdings auch schnell auf das rasch näherkommende Demografieproblem: 17,8 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind heute zwischen 55 und 65 Jahren – gut zwei Prozent mehr als noch vor vier Jahren. Und die größte Gruppe der beschäftigten Arbeitnehmer – die 54- bis 54-Jährigen – kommen nach und nach in dieses Alter und machen den drohenden Fachkräftemangel deutlich. Übrigens: 3100 fest Beschäftigte sind ausländische Arbeitnehmer. Mit heute 7,1 Prozent (2013: 4,5 Prozent) leisteten sie einen zunehmenden Beitrag zur Deckung des Arbeitskräftebedarfs.

80 Prozent der Arbeitskräftenachfrage beziehe sich auf qualifiziertes Personal, sagt Rump. Damit sind aber auch 20 Prozent Helfertätigkeiten im Angebot. Allerdings zeigten Analysen der Flensburger Arbeitslosenstatistik, dass Beschäftigte mit Berufsabschluss (5 Prozent Arbeitslose) weit weniger vom längerfristigen Jobverlust bedroht sind als Helfer ohne Abschluss (24,5 Prozent Arbeitslose). Das ist Rump auch wichtig: Um Abschlüsse nachzuholen, fördere die Arbeitsagentur nicht nur Lehrgangskosten, sondern auch Zuschüsse für den Ausfall an den Arbeitgeber.

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