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Santiano in der Flens-Arena : Die Söhne Flensburgs kommen heim

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Fans sind beim Heimspiel aus dem Häuschen – und alle singen mit

shz.de von
erstellt am 12.Dez.2016 | 05:57 Uhr

Exakt zwei Wochen vor Heiligabend bittet die Band zum Fest in heimischer Halle. „Coming home“ steht auf der Eintrittskarte, denn „Nach Hause kommen“ klingt doch etwas piefig. Ausgerechnet zu Hause wollen die Santiano-Fans diesmal nicht ganz so zahlreich in die Flens-Arena strömen, die am Ende dann zwar richtig gut gefüllt ist – allerdings nur mit etwas Nachhilfe, zum Beispiel einer auffällig langen Schlange am Schalter mit der Aufschrift „Gäste“.

Die Stimmung in der Halle ist wie immer bei den Heimspielen der erfolgreiche Söhne Flensburgs ausgelassen. Aus der Lautsprecher-Batterie kündigt ein dröhnendes Nebelhorn den Auftritt der Musiker an, die man als Schattenrisse hinter dem Vorhang sieht. Ab der ersten Zeile wird mitgesungen, egal ob „Lieder der Freiheit“ oder „Kaperfahrt“. An der Lautstärke des Jubels bei den ersten Takten eines neuen Songs lässt sich erahnen, was die Favoriten der echten Fans sind. Vermutlich immer noch der allererste Riesenhit, der Titelsong „Santiano“.

Eigentlich muss man über die Musik von Santiano nicht mehr viele Worte verlieren. Sie ist einfach und eingängig und genau darum so erfolgreich. Da muss dann schon mal ein so toller Folksong wie „The Raggle Taggle Gipsy“ dran glauben, dem einfach ein norddeutscher Refrain, der mit „Jo Ho“ beginnt, angehängt wird. „Wenn das die Hooters hören würden!“, raunte ein Zuhörer bei der deutschen Version von „500 Miles“; dabei rockt dieser Reggae auch bei Santiano richtig gut, denn – und das muss dann auch gesagt werden – die Jungs verstehen ihr Handwerk und können es auf der Bühne richtig krachen lassen. Nicht zuletzt dank der tatkräftigen Hilfe der drei „Gastmusiker“ Dirk Schlag, Arne Wiegand und Marco Moeller.

Und dann sitzt da plötzlich eine Folk-Band auf der Bühne, mit drei Gitarren, Fiddle und Mini-Schlagzeug und sehr schönem Satzgesang bei einem rasanten „Irish Rover“. Chapeau! Im kommenden Jahr gehen Santiano auf eine Unplugged-Tournee durch kleinere Hallen, bevor im Herbst das vierte Studioalbum auf den Markt kommt.

Außer Sturm und Drang, Liebe und Tod, Salz, Wasser und Fernweh ist Freiheit eines der Lieblingsthemen von Santiano. Und das war Sänger und Bassmann Björn Both dann doch Anlass genug, einfach mal ein paar Minuten über dieses Thema ernsthaft zu reden, ganz ohne Manuskript, fast etwas philosophisch, sehr ernst und wohltuend deutlich, mit klarer Ablehnung jeglichen rechten Gedankenguts. Auch Unterhaltungsmusiker dürfen und sollen sich auf diese Weise positionieren. Nochmal Chapeau!

Da sieht man dann auch gern über den kleinen Werbeblock für das neue Kindermusical „König der Piraten“ hinweg, bei dem Sängerin Oonagh und Sänger Leon einen netten Gastauftritt haben. Letzterer hat mit seinem Freund und Partner als Duo-Kern der Band „Salamanda“ das Vorprogramm bestritten.

Weiterer emotionaler Höhepunkt ist der Auftritt von Sänger, Gitarrist und Autor Andreas Fahnert, der schon Minuten vorher von zahlreichen Fans auf die Bühne gerufen wird. Und dann dürfen er sowie Timmsen Hinrichsen, Axel Stosberg, Pete Sage, Björn Both und die ganze große Santiano-Familie den dritten Advent feiern und sich auf hoffentlich nicht so stürmische Weihnachten freuen.



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