Stadtbild Flensburg : Die schützende Hand über dem Kopfsteinpflaster

Relativ gut zu befahren: Verfugtes Natursteinpflaster prägt die Friesische Straße (Einmündung Am Pferdewasser).
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Relativ gut zu befahren: Verfugtes Natursteinpflaster prägt die Friesische Straße (Einmündung Am Pferdewasser).

Debatte geht weiter: Im Herbst werden die Leitlinien für Natursteinstraßen überprüft

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08. März 2018, 06:05 Uhr

Der eine will „seine schützende Hand“ über das Kopfsteinpflaster halten, der andere möchte schauen, wie es andere Städte machen, der dritte den Radverkehr beschleunigen. Das Flensburger Kopfsteinpflaster entzweit weiterhin die Gemüter im Rathaus. Der sehr weitgehende Vorschlag der Fraktion „Wir in Flensburg“ (WiF), grundsätzlich alle Straßen mit rollendem Verkehr zu asphaltieren, fand jedoch Dienstag im Umwelt- und Planungsausschuss keine Mehrheit.

Es geht um den Nordergraben, um die Friesische Straße, die Rathausstraße, den Südergraben. Wichtige Verbindungsrouten zwischen der Innenstadt und dem Friesischen Berg sowie der Westlichen Höhe, befahren von Autos, Lkw, Bussen und Radfahrern. Wer hier mit Tempo 50 oder schneller durchfährt, erzeugt Lärm. Radfahrer werden durchgerüttelt und können bergab nur schwer den Lenker halten. Die WiF schlägt – wie berichtet – vor, bei diesen und anderen Straßen den Fahrweg zu asphaltieren und nur die Parkplätze am Straßenrand zu pflastern – Vorbild Sandberg. Allerdings gibt es an der Friesischen Straße und am Nordergraben streckenweise gar keine Stellplätze; dort würde das Pflaster verschwinden.

„Die Verbannung tragen wir nicht mit“, stellte Glenn Dierking (SSW) klar. „Da halten wir unsere schützende Hand über das Natursteinpflaster.“ Pelle Hansen (Die Grünen) warf der WiF gar ein „Verkehrsbeschleunigungsprogramm“ vor. Das akzeptierte Marc Paysen (WiF) jedoch nur für die Radfahrer. Hansen erinnerte daran, dass man auf Basis der beschlossenen Leitlinien für Natursteinstraßen über jede einzelne Straße nachdenken und reden könne: „Warum haben Sie da nicht mal eine Änderung gefordert oder angeregt?“

Axel Kohrt (SPD) erinnerte daran, dass der Nordergraben derzeit gar nicht auf der Agenda stehe. Eine neue Oberfläche komme nur dann infrage, wenn man die Straße ohnehin aufreißen müsse.

Beschlossen wurde am Ende ein Kompromiss auf Vorschlag der CDU: Die bestehenden Leitlinien werden im Herbst überprüft, vor allem im Hinblick auf Lärm, Radfahrer und Menschen mit Behinderungen. Diese drei Punkte hatte die WiF in ihrem weitergehenden Antrag hervorgehoben.

Der städtische Denkmalpfleger Eiko Wenzel will sich zudem um positive Beispiele aus anderen Städten bemühen, in denen mit geschnittenem Naturstein gearbeitet wird.

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