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Flensburger Tageblatt

24. August 2017 | 13:20 Uhr

Sanierung : Die Rückkehr des Expressionismus

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zum Tag des offenen Denkmals wurde im Schulgebäude am Schlosswall die ursprüngliche Deckenbemalung wieder hergestellt

Es könnte ein interessanter Vergleich werden. Die beiden Schulen hoch über der Altstadt wurden vor einem knappen Jahrhundert gebaut und sind doch sehr unterschiedlich. Am Tag des offenen Denkmals (Sonntag) kann man sich davon bei einer Führung ein Bild machen: Erst geht es in die HLA – die Flensburger Wirtschaftsschule am Schlosswahl– direkt danach nur ein paar Häuser weiter in die Duborg-Skolen.

In den 1920er Jahren habe es ein Nebeneinander der Baustile gegeben, berichtet Eiko Wenzel, einer der beiden Denkmalpfleger im Rathaus. Die Handelslehranstalt (HLA) sei dem Expressionismus zuzurechnen, während das dänische Gymnasium von dänischen Architekten im Stile des Heimatschutzes gebaut worden sei. „Der Expressionismus hat sich in Dänemark nicht durchgesetzt“, so Wenzel.

Im Stammhaus der HLA wurden jetzt im Foyer des ersten Obergeschosses die expressionistischen Ausmalungen wieder hergestellt. Damit findet seine Fortsetzung, was vor einem Jahr nach aufwendigen Recherchen im Erdgeschoss begonnen hatte. Zu sehen sind in Längsrichtung verlaufende Streifen in weiß, braun und grau, unterbrochen von Dreiecksflächen und wie Pfeilspitzen anmutende Abschnitte. Vorher war die Decke schlicht weiß, lediglich die quer verlaufenden Balken waren farbig gestaltet.

Doch man ist noch weiter gegangen. Karl-Heinz Höfgen, Elektriker im städtischen Fachbereich Vermögen, hat Lampen gefunden, die denen auf den alten Schwarzweiß-Fotos verblüffend ähnlich sehen, und sogar die alten schwarzen Lichtschalter zum Drehen hat er aufgespürt. Treibende Kräfte hinter der Neugestaltung waren neben den beiden Denkmalpflegern die stellvertretende Schulleiterin Elisabeth Buck und neben Höfgen der für Hochbau zuständige Markus Krohn. Da die Stadt für ästhetische Sanierungen dieser Art eigentlich kein Geld hat, konnte der Förderverein der Wirtschaftsschule erneut für eine finanzielle Förderung gewonnen werden.

„Die Schüler gehen sehr respektvoll damit um“, hat Elisabeth Buck festgestellt. Eiko Wenzel zeigte sich begeistert darüber, dass die Schüler auf diese Weise ein Stück gestalterische Bildung mit auf den Weg bekommen. Am Tag des offenen Denkmals bietet Wenzel um 10 Uhr eine Führung, sein dänischer Kollege Henrik Gram folgt um 10.30 Uhr in seiner Muttersprache. Direkt im Anschluss geht es zum Vergleich in die Duborg-Skolen.

Im Burghof führen Bewohner unter dem Motto „Wir in unserem Denkmal“ durch ihre Wohnungen und das Ensemble. In der Marineschule ist unter anderem eine Ausstellung über das Trampedachlager zu sehen; hier werden Zeitzeugen gesucht, die mit Erinnerungen, Fotos oder Gegenständen zur musealen Nutzung der Baracke 1 beitragen können. Um 14.30 Uhr singen die „Hornblower“ Shantys.

Erstmals ist Flensburg im 86-seitigen Führer „Entlang der Europäischen Route der Backsteingotik“ mit einer Doppelseite vertreten; entsprechende Führungen beginnen um 15 und um 16.30 Uhr.

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erstellt am 10.Sep.2014 | 11:30 Uhr

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