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Flensburg Solitüde und Ostseebad : Die Rückkehr der Stadt-Ranger

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Vorstoß von CDU und FDP zur Aufstellung einer Außendienst-Mannschaft des Ordnungsamtes

Erlebt Flensburg schon bald die Rückkehr der Ranger? Zwischen 2006 und 2011 beschäftigte die Stadt über die Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft Bequa Langzeitarbeitslose als 1-Euro-Jobber als Strand- und Dog-Ranger. Im Ausschuss für Bürgerservice, Schutz und Ordnung wurden in diesem Monat die Weichen für ein neues Ranger-Mandat gestellt. Die CDU will am liebsten kurzfristig noch für diese Sommersaison Aufsichtskräfte an den Flensburger Stränden postieren, die FDP will einen kommunalen Ordnungsdienst aufstellen, der im öffentlichen Raum verlängerter Arm des Ordnungsamtes werden soll.

Ganz neu ist das nicht. Kay Richert war mit dieser Forderung schon 2016 in den Kampf um das Oberbürgermeisteramt eingestiegen, etwas später versuchte die FDP-Fraktion im Rat, eine Mehrheit für einen kommunalen Ordnungsdienst zu erreichen, scheiterte aber an der Mehrheit. Wenn die Flensburger Freidemokraten ein Jahr danach einen erneuten Vorstoß versuchen, dann, weil sie dieses Mal eine Mehrheit erwartet. „Wir haben damals von einigen anderen Fraktionen Signale bekommen, dass dieses Thema nicht erledigt ist“, so Fraktions-Vorsitzender Kay Richert. „Weil es so wichtig ist, haben wir uns darauf verständigt, es aus dem Wahlkampf herauszuhalten.“

Ende September also, nach der Bundestagswahl, könnte es eine breite Debatte um einen kommunalen Ordnungsdienst geben, der nach Überzeugung der FDP ein guter Beitrag für das Sicherheitsempfinden der Öffentlichkeit sein wird. Es geht um Begriffe wie Sicherheit, Sauberkeit, Präsenz im Stadtbild. Seitens der Bürger werde zunehmend das Gefühl geäußert, dass sich für bestimmte Aufgaben der allgemeinen Ordnung im Stadtgebiet niemand mehr zuständig fühlt, so Richert in der Beschlussvorlage. Er will eine festes Team von qualifizierten Ordnungskräften einstellen, die zuständig sein werden für die Strände, Straßen, Grünflächen, den ruhenden Verkehr, die in Angsträumen Präsenz zeigen sollen, auf Sauberkeit und Verschmutzer achten, ansprechbar sind für Bürger und Touristen, einen kurzen Draht zur Polizei haben. „Es soll ein Signal in Richtung der Bürger sein, das wir uns um die Stadt kümmern.“

Gewissermaßen im Eilverfahren hat die CDU eine eigene Initiative gestartet. Karsten Sörensen, bürgerschaftliches Mitglied der Fraktion, möchte gerne noch in der Sommersaison die Strandranger aktivieren. „Im Hintergrund stehen ganz klar die gewalttätigen Ereignisse vom Juni“, so Sörensen. Ende des vergangenen Monats war ein 20-Jähriger im Streit aus einer größeren Gruppe Jugendlicher heraus durch einen Messerstich verletzt worden. In Solitüde war eine Woche vorher ein 19-Jähriger von vier Männern brutal verprügelt worden. Auch die Grünen unterstützten den Unions-Vorstoß, Jochen Gurth hatte die Beobachtungen von Kioskbetreibern vor Ort erkundet und war auf eine deutliche Unzufriedenheit mit den Umständen getroffen. Der Ausschuss verwies die Fragestellung an das für die Strände zuständige Technische Betriebszentrum, von dort kam der Ball jetzt zurück. „Wir haben kein eigenes Personal, das diese Aufgabe leisten könnte“, dämpft TBZ-Sprecher Ralf Leese Hoffnungen auf eine schnelle Umsetzung. Das Job-Center sieht vom Grundsatz her die Möglichkeiten, Sprecherin Sabine Jostmeier verweist aber auf das Procedere. „Dazu braucht die Stadt einen Träger, der bei uns die Förderung beantragt, wir prüfen den Antrag und natürlich auch, ob es dafür Fördermittel gibt.“

Ginge es nach der FDP, sollen die neuen Ranger nicht als 1-Euro-Jobber beschäftigt werden, sondern als feste Mitarbeiter der Ordnungsverwaltung, an deren Qualifikation erhöhte Ansprüche gestellt werden. Uniform, Dienstfahrzeuge, einschlägige Ausbildung und Qualifikation stehen in der Stellenbeschreibung der FDP. Über Konzept und Finanzierung einer Einheit mit – so Richert – sechs bis neun Leuten, soll sich die Verwaltung möglichst bald und dann sehr schnell Gedanken machen. Irgendwann drängt dann doch die Zeit, wenn man das Thema nicht in den Wahlkampf ziehen will. Am 6. Mai 2018 wird in Schleswig-Holsteins Kommunen gewählt.

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erstellt am 29.Jul.2017 | 06:10 Uhr

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