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Ole’s Curry und Förde Döner : Die Rettung von Currywurst und Döner

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zwei Imbissbetreiber sind in Not: Olaf „Ole“ Ingwersen und Hussein Mohammad mussten um ihre Existenz bangen – doch jetzt geht es voran. Beide haben eine Lösung gefunden, um die Bürger weiter mit Essen zu versorgen.

Flensburg | „Currywurst mit Pommes, bitte“, sagt Dominik Henke. Der 32-Jährige ist Stammkunde bei „Ole’s Curry“ am Schäferweg 8. Alle zwei Wochen fährt er vom dänischen Krusau nach Flensburg, um bei Olaf Christian Ingwersen, genannt Ole, Mittag zu essen. Damit sollte zunächst ab dem 1. September Schluss sein. Eine neue Verordnung legt kleinen Imbissbetreibern Steine in den Weg. Das bekam auch der Betreiber vom Förde Döner am Twedter Plack zu spüren. Doch für beide Inhaber gibt es jetzt ein Happy End.

Vor einer Woche erreichte Ole die Nachricht, dass er die Forderungen einer neuen Verordnung nicht erfüllt. Demnach müssen Stände, die länger als 24 Stunden an einem Platz stehen, frostsichere Festanschlüsse für Wasser und Abwasser haben, erklärt der 60-Jährige. Danach entschied er, sein Büdchen zu schließen, bevor ihn das Bauamt dazu auffordert.

Doch das ist jetzt nicht mehr nötig. Um auf dem Gelände von Möbel Schulenburg zu bleiben, müsste Asphalt aufgetrennt werden, um eine Abwasserleitung, eine Stromversorgung, Kraftstromkabel überirdisch und eine Wasserleitung frostsicher zu verlegen. Die Kosten für diesen Aufwand liegen Ole zufolge bei 5000 Euro.

Ein großer Aufwand für einen kleinen Betrieb. Doch er nimmt die Herausforderung an. Viele Menschen haben ihm zudem ihre Hilfe zugesagt – und auch der Geschäftsführer von Möbel Schulenburg, Sven Lange, hat den nötigen Baumaßnahmen zugestimmt. „Ich habe mit Bauamt, Veterinär und TBZ gesprochen und die Situation ohne Ärger gelöst“, berichtet Ole.

Stadtsprecherin Kathrin Ove erzählt, dass die Stadt bereits vor drei Jahren entsprechende Hinweise an Oles Curry gegeben und ihn bislang dort „geduldet“ hat. Eine gravierend veränderte Gesetzesnovelle habe es seitdem nicht gegeben. „Da aber für alle anderen Buden dieselben Vorschriften gelten, und die anderen Budenbetreiber Bauanträge gestellt und die entsprechenden Installationen vorgenommen haben, mussten wir im Zuge der Gleichbehandlung Oles Curry erneut mit den Rechtsgrundlagen konfrontieren und ihn letztlich zum Handeln bewegen“, sagt Kathrin Ove. Wenn ein Imbisswagen an einem dauerhaften Standort betrieben wird, dann ist eine Baugenehmigung zwingend erforderlich. Diese sieht dann auch die Installation einer festen Wasserleitung vor.

Kunden und Freunde sind über die Nachricht erleichtert, denn Oles Currywurst ist in Flensburg eine Institution. Die Leute kommen nicht nur aus Flensburg. „Ein paar Norweger kommen vorbei, wenn sie auf der Durchreise sind“, erzählt er. „Es freut mich, dass auch ihnen meine Wurst schmeckt.“

Auch Hussein Mohammad kann wieder lachen. Der beliebte Döner-Mann, der seinen angestammten Platz auf dem Edeka-Parkplatz an der Fördestraße hatte verlassen müssen (wir berichteten), hat ein neues Domizil gefunden. Über einen Architekten wurde ihm der ehemalige Laden von „Eis Krüger“ vermittelt. „Dafür bin ich sehr dankbar“, sagt der 31-Jährige, der seine Miete künftig an den SBV überweisen wird. Dem Happy End war eine kleine Leidensgeschichte vorangegangen. Im Zuge der Umbauarbeiten am Einkaufszentrum musste er seinen Wagen auf Veranlassung der Stadt von heute auf morgen schließen. Auch hier gab es Probleme mit dem Wasser- und Stromanschluss. In der Hoffnung, weitermachen zu können, schaffte sich der aus Syrien stammende Mann einen neuen Imbisswagen an. Doch zu einer Unterschrift mit dem Eigentümer des Areals kam es nicht, Mohammad zweifelte an einer langfristigen Lösung, die ihm Sicherheit gegeben hätte. Die scheint es nun zu geben. Der neue Laden ist wie geschaffen für ihn – sein Wagen jedoch ist überflüssig und wartet auf einen Käufer.

Mohammad weiß, dass seine Kunden ihm treu bleiben werden. Schon in den letzten Wochen haben sie neben Freunden und Familie geholfen, wo es ging. „Das“, sagt der immer freundliche Döner-Mann, „hat mir viel Kraft gegeben.“

 

 

 

 

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erstellt am 28.Aug.2015 | 11:00 Uhr

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