Tanzlokal in Flensburg : Die Retter der Kult-Disco „Sasa“

Legen selbst Hand an: Mit Hammer und Säge, frischem Schwung und einem überarbeiteten Konzept starten Eigentümer Sebastian Claussen (25, rechts) und sein Kompagnon André Zimmer mit dem Traditionslokal in eine neue Zukunft.
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Legen selbst Hand an: Mit Hammer und Säge, frischem Schwung und einem überarbeiteten Konzept starten Eigentümer Sebastian Claussen (25, rechts) und sein Kompagnon André Zimmer mit dem Traditionslokal in eine neue Zukunft.

Ein neuer Besitzer will das alte Tanzlokal mit Disco, Konzerten und Kleinkunst reaktivieren – am Sonnabend ist Eröffnung.

shz.de von
29. März 2017, 06:39 Uhr

Flensburg | Totgesagte leben länger. Kaum wurde das Sasa in einer rauschenden Partynacht zu Grabe getragen, feiert es auch schon fröhliche Auferstehung. Gerade einmal zwei Wochen nach Schließung des Traditionslokals an den Norderhofenden will der neue Eigentümer Sebastian Claussen schon wieder die Tore öffnen – unter gleichem Namen, aber mit einem neuen Konzept.

Dabei wollen Claussen und sein Kompagnon André Zimmer, die sich lobend über die Kooperation mit der Stadt und gute Nachbarschaft mit der Polizei äußern, behutsam vorgehen. „Wir werden es sukzessive verändern, es breiter aufstellen“, betonen sie. Wichtig sei ihnen zunächst, das treue Stammpublikum zu halten. Insofern soll die Disco am Freitag und Sonnabend zunächst in gewohnter Form fortgeführt werden. Doch es gilt auch, neue Schichten zu erschließen. Der neue Betreiber schielt auf ein jüngeres Publikum, Studenten etwa, die man mit neuen Angeboten auch an Wochentagen in das Tanzlokal locken will. Es wird Konzerte geben, Lesungen, Poetry Slam, Comedy und Kleinkunst. Zu diesem Zweck entsteht eine etwa zwölf Quadratmeter große Bühne, auf der die Künstler sich präsentieren können. Das ist zunächst alles an baulichen Veränderungen in diesem in die Jahre gekommenen Etablissement.

Sebastian Claussen, der aus Kiel kommt, aber in Flensburg seine zweite Heimat hat, ist in der Musikszene gut vernetzt. Er hat Veranstaltungskaufmann gelernt und sein praktisches Wissen beim NDR-Fernsehen und Radio sowie Event-Agenturen vertieft. Mit nur 22 Jahren hat er schon eine Bühne auf der Kieler Woche komplett bestückt, plant aktuell Auftritte mit Mia oder Bobby Long. Im Industriemuseum Kupfermühle organisierte er jüngst ein erfolgreiches Konzert mit der dänischen Nachwuchssängerin Ida Gard. „Ich möchte hoffnungsvollen Talenten eine Chance geben“, sagt der Jungunternehmer.

Aber warum hat er sich gerade das Sasa vorgenommen? „Ich war dreimal dort“, sagt Sebastian Claussen, „mit meinem Vater und meiner Frau. Irgendwie ist mir das Lokal ans Herz gewachsen.“ Unmittelbar nach der Schließung gelang es ihm, mit der über 70 Jahre alten Eigentümerin, die auf Gran Canaria lebt, Kontakt aufzunehmen. Es gab lokale Mitbewerber, doch der 25-Jährige, der zwei Investoren mit ins Boot geholt hatte, bekam letztlich den Zuschlag. Sympathie habe dabei eine Rolle gespielt sowie die Zusicherung, das Gebäude nicht abzureißen, sondern es weiterhin gastronomisch zu nutzen. „Andere hätten es vielleicht platt gemacht und neu gebaut“, sagt André Zimmer. „Für uns ist es kein Investitionsobjekt, sondern ein Flensburger Erbstück.“

  • Eröffnung Sonnabend, 1. April, 22 Uhr, am Plattenteller DJ Marco Lichner.
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