Die Retter der Honigbiene

Biologieunterricht in freier Natur:  Thurid Gers, Anne Büßen und Felicia Tent erfahren auf der Obstwiese des SBV von ihrem  Lehrer Karsten Bornemann (2. v.r.) vieles über Bienen.  Foto: sh:z
Biologieunterricht in freier Natur: Thurid Gers, Anne Büßen und Felicia Tent erfahren auf der Obstwiese des SBV von ihrem Lehrer Karsten Bornemann (2. v.r.) vieles über Bienen. Foto: sh:z

Eine Arbeitsgemeinschaft der Auguste-Viktoria-Schule betreut 40 000 Nutztiere auf der Obstwiese des Selbsthilfebauvereins

shz.de von
12. Juli 2013, 03:59 Uhr

Flensburg | Bienen pflegen - Umwelt schützen: Das Projekt der AVS-Bienen AG und des SBV schafft neuen Lebensraum für die lebenswichtigen Tiere.

Seit vergangenem Sommer hat Karsten Bornemann, Biologie-Lehrer an der Auguste-Viktoria-Schule (AVS), die Gründung einer Schul-Imkergruppe geplant und mit sechs interessierten Schülerinnen eine freiwillige Bienen-Arbeitsgemeinschaft (AG) ins Leben gerufen. Jetzt summt und brummt es auf der SBV-Obstwiese, nachdem dort vor wenigen Wochen eine sogenannte "Bienenkiste" errichtet und ein Bienenstock mit 40 000 Tieren von der Förde-Imkerei Svend Petersen-Fink (in seiner Position als Bienensachverständiger des Nabu Flensburg) aus Großsolt dort hingebracht wurde. Die Bienen haben den neuen Lebensraum akzeptiert, fühlen sich in ihrem Zuhause sehr wohl und haben bereits fleißig mit dem Wabenbau begonnen.

"Nur wenige wissen, dass die Biene als unser dritt wichtigstes Nutztier gilt und für die Bestäubung in der Landwirtschaft unentbehrlich ist", sagt Karsten Bornemann. So schätzt die EU-Kommission den Wert der Bestäubung durch Insekten - vor allem der Honigbiene - auf rund 15 Millionen Euro pro Jahr. 84 Prozent aller Ackerbaupflanzen in der EU sind auf die Bestäubung durch Bienen angewiesen. Leider haben sich die Nahrungs- und Lebensbedingungen der Bienen in den letzten Jahren verschlechtert. Hier wollte Bornemann Aufklärungsarbeit leisten und den Nachwuchs sensibilisieren.

Die Bienenkiste ist ein in sich geschlossenes System - und ideal für Anfänger, wie die Organisatoren sagen. Sie ermöglicht eine "wesensgemäße" Bienenhaltung, die weitgehend ohne störende Eingriffe in die natürlichen Lebensabläufe auskommt mit relativ geringem Zeit- und Kostenaufwand. In der Bienenkiste legen die Tiere ihre Waben selbst an. Am Ende des Bienenjahres dürfen die Tiere ihren Honig behalten. Geerntet wird nur, was sie im hinteren Teil, der sogenannten Honigkammer, eingelagert haben (www.bienenkiste.de).

"Es ist nicht unser primäres Ziel, möglichst viel Honig zu gewinnen, sondern wir wollen dazu beitragen, den Lebensraum der Bienen zu erhalten und ihre Lebensbedingungen zu verbessern", sagt der engagierte Biologielehrer. Die SBV-Obstwiese, die Bornemann übrigens noch als ehemaligen Garten seiner Großeltern zu schätzen gelernt hat, erschien ihm als bestens geeigneter Standort für sein Projekt. Auf der SBV-Obstwiese und in den umliegenden Schrebergärten finden die Bienen mehr als genug Futter: viele alte und neu gepflanzte Obstbäume stehen als Bienennahrung zur Verfügung. "Ein idealer Standort", findet auch SBV-Vorstandschef Raimund Dankowksi, dem die Obstwiese von Anfang an eine Herzensangelegenheit war: "Der neue Bienenstock passt ideal zu unserer Obstwiese und wertet diese weiter auf." Jetzt gilt es abzuwarten, um wie viel ertragreicher die diesjährige Apfelernte auf der Wiese durch die Bestäubungsleistung der fleißigen Tiere ausfallen wird. Informationen hat Karsten Bornemann: lehrer.bornemann@gmail.com

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