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Schildbürgerstreich : Die Radweg-Posse vom Hochfeld

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Dumm gelaufen: Im Hochfeld in Flensburg ist ein neuer tadelloser Radweg durch einen tadellosen neuen Radweg ersetzt worden – für geschätzte 50.000 Euro.

Flensburg | Es war im Sommer 2010, als das Neubaugebiet Hochfeld in Flensburg nach Fertigstellung der Brücke über die Osttangente einen nagelneuen Radweg bis zur Ringstraße bekam – parallel zur ebenso neuen Hochfelder Landstraße. Ziemlich genau drei Jahre später ist der tadellose Teer auf 400 Metern beiderseits des Pielwegs wieder komplett abgetragen, die Stadtwerke verlegen neue Kabel für Nieder- und Mittelspannungsstrom zwischen der Baustelle Kita Hochfeld und der Ringstraße. Seit diesem Montag hat Flensburgs jüngstes Neubauviertel wieder einen nagelneuen Radweg.

Déjà vu an der Hochfelder Landstraße? „Wir haben dort eine neue Stromleitung verlegt, um die neue Kita, das Neubaugebiet Tarup Ost und das kleinere Gewerbegebiet Hochfeld 1 und 2 mit Strom versorgen zu können“, erklärte gestern Stadtwerke-Sprecher Peer Holdensen. Dort seien jetzt zwei neue Stationen zur Stromversorgung errichtet worden für die „energetische Erschließung dieser Gebiete“. Beim Bau des Radweges sei die Bautätigkeit dort nach seinen Informationen noch nicht geplant oder vorhersehbar gewesen.

Fakt ist: Über die Gewerbeplanungen im Hochfeld berichtete das Flensburger Tageblatt erstmals 2005. Thomas Hansen aus der Stadtplanung gibt zu bedenken, dass beim Radwegebau 2010 noch nicht klar gewesen sei, dass das Baugebiet Tarup Südost kommt: „Die politische Entscheidung erfolgte erst 2012 per Satzungsbeschluss“, so Hansen. Und auch die „innere Erschließung“ des kleinen Gewerbegebietes Hochfeld Ost habe seinerzeit noch nicht festgestanden. Zum Beispiel wäre ein einziger Nutzer aller Gewerbeflächen allein für die weitere Erschließung verantwortlich gewesen. Dennoch räumt Hansen ein, dass es für einen Außenstehenden schwer verständlich sei, dass ein makelloser Radweg nach drei Jahren noch einmal komplett neu hergestellt wird: „Für das Gewerbegebiet hätte man die Kabel sicher schon dahin legen können.“

Die Kosten für den doppelten Radweg zahlen zunächst die Stadtwerke: „Hier handelt es sich um interne Daten, die wir nicht veröffentlichen möchten“, erklärt Stadtwerke-Sprecher Holdensen. Branchenkenner gehen bei 400 Meter Radweg von rund 50.000 Euro Kosten aus – die nur teilweise erneuerten letzten 100 Meter bis Ringstraße für das nächste Neubaugebiet Tarup-Südost nicht mitgerechnet.

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erstellt am 26.Sep.2013 | 07:43 Uhr

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