Stangheck : Die Powerfrauen in der Politik

Waltraud Lukoschus (l.), Birgit Lausen (2.v.r.) und Mareen Wiebesiek (r.) sitzen in der Gemeindevertretung und werden von Ingrid Speight (2.v.l.) unterstützt.
Waltraud Lukoschus (l.), Birgit Lausen (2.v.r.) und Mareen Wiebesiek (r.) sitzen in der Gemeindevertretung und werden von Ingrid Speight (2.v.l.) unterstützt.

Für das Gemeinwohl und gegen Absprachen in Hinterzimmern treten vier in die Gemeindevertretung gewählte Politikerinnen an.

shz.de von
28. Mai 2018, 14:15 Uhr

„Mehr Frauen in die Kommunalpolitik.“ Dieser Appell vor den Kommunalwahlen ist in Stangheck auf fruchtbaren Boden gefallen. Während mancherorts noch immer reine Männer-Domänen sind, die in den Gemeinden das Sagen haben, ist das hier anders: Von den insgesamt neun gewählten Vertretern sind vier Frauen und damit hat sich ihre Anzahl seit der letzten Wahl verdoppelt.

In der rund 200 Einwohner zählenden Gemeinde waren CDU, SPD, Allgemeine und Kommunale Wählergemeinschaft angetreten. Unter dem Dach der SPD bewarben sich fünf Frauen um Sitze im Gemeinderat. Drei von ihnen wurden gewählt. Außerdem wieder in die Gemeindevertretung gewählt wurde Martina Braatz von der Kommunalen Wählergemeinschaft (KWG). Insgesamt setzt sich die neue Gemeindevertretung aus den drei Frauen der SPD, zwei Mitgliedern der AWG und vier der KWG zusammen.

Der alten Gemeindevertretung gehörte bereits Waltraud Lukoschus an. Vor fünf Jahren zog sie für die Allgemeine Wählergemeinschaft (AWG) Stangheck ein und vertrat zusammen mit Martina Braatz die Interessen der Frauen in der Gemeinde.

Diesmal zog die die 71-jährige Waltraud Lukoschus für die SPD in den Gemeinderat ein, wie auch als Neulinge die 53-jährige Birgit Lausen und die 29 Jahre alte Mareen Wiebesiek. Lukoschus, Lausen und Wiebesiek starten mit Optimismus in die vor ihnen liegende kommunalpolitische Arbeit, zumal ihr Engagement viel Zustimmung in der Stanghecker Bevölkerung findet – insbesondere bei den Frauen. Mit Spannung sehen sie der konstituierenden Sitzung der Gemeindevertretung am 18. Juni entgegen und erwarten, dass „es spannend wird“.

Die Idee für die kommunalpolitische Frauengruppe stammt von Waltraud Lukoschus. Im Februar startete sie einen entsprechenden Rundruf und spontan erklärten sich fünf Frauen bereit, mit ihr gemeinsame Sache zu machen. Weil es schnell gehen musste, begaben sie sich unter das Dach der SPD und starteten durch. Sie vertreten die Auffassung, dass das Gemeinwohl Vorrang vor Einzelinteressen habe müsse, es keine Absprachen in Hinterzimmern geben dürfe. Sie fordern das Verbot von Glyphosat. Stangheck müsse „Natur pur“ sein und bleiben. Weiter wollen sie sich für die Sanierung und den Neubau von Reit-, Rad- und Wanderwegen stark machen und Fördergelder nutzen. An den Rändern der Wege müssen Obst- und Laubbäume gepflanzt werden. Und außerdem plädieren sie dafür, mit Wildblumensaat die Natur für Menschen und Tiere erblühen zu lassen.

Auch wenn Ingrid Speight (79) es nicht geschafft hat, einen Sitz in der neuen Gemeindevertretung zu erringen, steht sie doch voll hinter dem, was die künftigen drei Gemeindevertreterinnen auf ihrer Agenda haben – und dazu gehört auch ein entschiedenes Nein zu Windkraftanlagen. Und natürlich ist sie beim „Frauenstammtisch“ dabei, der künftig jeden letzten Montag eines Monats stattfinden soll – der erste am 28. Mai ab 18 Uhr im „Weißen Hirsch“. Da hofft Waltraud Lukoschus auf viel Zuspruch, um weitere Frauen für die Kommunalpolitik zu begeistern.

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