Kreditinstitut : Die Nospa wächst wieder kräftig

Die Zahlen sind besser als das Wetter: Die Nospa, hier die Flensburger Zentrale am Holm, wächst an allen Fronten.
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Die Zahlen sind besser als das Wetter: Die Nospa, hier die Flensburger Zentrale am Holm, wächst an allen Fronten.

Nord-Ostsee-Sparkasse hat eine halbe Milliarde Problemkredite abgebaut – und will 2015 mit 24 Millionen Euro das Eigenkapital stärken

shz.de von
23. Juni 2015, 08:00 Uhr

Flensburg | 2000 zusätzliche Girokonten binnen zwölf Monaten auf heute 183  300 und 400 Millionen Kundenkredite mehr als vor zwei Jahren, womit das Kundenkreditvolumen auf 4,8 Milliarden Euro wächst: Die Nord-Ostsee-Sparkasse (Nospa) ist zur Jahresmitte 2015 zwar nur noch die zweitgrößte Sparkasse Schleswig-Holsteins, hat aber zentrale Verluste der Sanierungsphase seit der Integration der maroden Flensburger Sparkasse und der Spar- und Leihkasse Bredstedt nun gutgemacht. „Wir haben den ganzen Abbau wieder aufgeholt“, erklärte gestern Vorstandschef Thomas Menke, der seit zwei Jahren zwischen Flensburg, Schleswig und Husum das Sagen hat.

Bei 6,2 Milliarden Euro Bilanzsumme im Jahr 2014 plant das Institut für 2015 nun mit einer Prognose von 6,1 Milliarden. Der Wachstumskurs indes wird beim Betriebsergebnis vor Bewertung deutlich. Er soll nach einem Sprung von mehr als 11 Millionen Euro auf 43,1 Millionen 2014 der Prognose zufolge noch einmal kräftig auf 48,7 Millionen Euro steigen. Dieser Prognose zufolge könnten 24 Millionen Jahresüberschuss die Eigenkapitalquote der Nospa wieder weiter stärken. Denn mittelfristig soll die Kernkapitalquote von heute 7,5 Prozent auf 11 Prozent steigen.

Die Nospa macht für diese positive Entwicklung vor allem jene Weichenstellung im Privatkundengeschäft verantwortlich, die auf manchen Dörfern zu Kritik geführt hat, am Ende aber bei „über 200  000 Kunden lediglich im Promillebereich“ im Geschäft wahrnehmbar gewesen sei – mit 240 Kündigungen. Hintergrund: Die Nospa ist seit vergangenem Jahr dabei, aus 76 Filialen im gesamten Landesteil 19 Regionaldirektionen plus 21 ihnen zugeordnete Filialen zu machen. Damit wird sich die Zahl der bemannten Standorte auf 40 fast halbieren, wenn die drei letzten Regionaldirektionen in Schleswig und Husum umgesetzt sind. Dennoch sieht die Nospa mit ihren nach wie vor 1240 Beschäftigten die Kompetenz in den Regionen gestärkt – weil die Direktionen mit zusätzlichen Experten etwa für Immobilien oder Wertpapiere verstärkt werden.

Für Sparer bleiben die Zeiten wohl düster – an der 0,01-Prozent-Verzinsung des klassischen Sparbuchs werde sich in absehbarer Zukunft nichts ändern, erklärte Menke. Dagegen wuchsen Wertpapierbruttoabsatz (um rund 15 Prozent auf 2020 Millionen 2014), Lebensversicherungen (von 53,3 auf 81,2 Millionen Euro) oder Bausparverträge (von 151,2 auf 162,5 Millionen) stark.

Ansonsten stehen viele Zeichen auf online: Nach 17  000 Aufträgen 2014 seien bis Mai 2015 bereits 16  000 Onlinebanking-Aufträge eingegangen. Ganze Autokredite oder Baufinanzierungen würden so schon abgeschlossen.

Von 610 Millionen Euro schwieriger Kredite der Vergangenheit sind Menke zufolge noch 75 Millionen geblieben. „Wir haben eine halbe Milliarde Kredite abgebaut“, sagte er: „Die Altlast, die uns noch zu schaffen macht, ist die niedrige Eigenkapitalquote.“

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