Nach Hausbrand : Die neuen Exe-Häuser haben 14 Wohnungen mehr

Noch eine Kelle drauf: Architekt Hargen Johannsen mit Vize-Stadtpräsident Erich Seifen und SBV-Chef Raimund Dankowski (von links) bei der Grundsteinlegung der Exe-Häuser.
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Noch eine Kelle drauf: Architekt Hargen Johannsen mit Vize-Stadtpräsident Erich Seifen und SBV-Chef Raimund Dankowski (von links) bei der Grundsteinlegung der Exe-Häuser.

Der Selbsthilfe-Bauverein legt den Grundstein für 47 Einheiten an der Einmündung Schützenkuhle. Von den ehemaligen Mietern wollen nur zwei zurück in ihr altes/neues Zuhause.

Carlo Jolly. von
25. Juli 2015, 14:00 Uhr

Flensburg | Es war ein Schock vor zwei Jahren, nicht nur für die 51 Mieter an der Exe 2 - 4 und des Nachbargebäudes Schützenkuhle 15, „als der feige Anschlag eines Einzelnen viele Menschen in Lebensgefahr brachte“, wie SBV-Chef Raimund Dankowski gestern bei der Grundsteinlegung erinnerte. „Einige Bewohner haben ihr ganzes Hab und Gut verloren“, fügte der zweite stellvertretende Stadtpräsident Erich Seifen hinzu.

Nach Brandstiftung und Gerüsteinsturz macht der Selbsthilfe-Bauverein (SBV) mit dem Grundstein für 47 Wohnungen in drei Häusern erstmals wieder positiv Schlagzeilen an der Einmündung Exe/Schützenkuhle. Damit wird das Ensemble 14 Wohnungen mehr haben als die niedergebrannten Häuser – vor allem, weil die Dachgeschosse ausgebaut werden. „Wir wollen das Glück im Pech nutzen“, so formulierte es der SBV-Chef gestern.

Der Selbsthilfe-Bauverein hatte im vergangenen Herbst das künftige Gesicht der viel befahrenen Einmündung erstmals vorgestellt – drei viergeschossige Wohnhäuser mit insgesamt 47 Wohnungen, großen Giebeln und ausgebautem Dachgeschoss zur Straße geplant. Die Wohnungen sollen zwischen 33 und 80 Quadratmetern groß sein – bodentiefe Fenster zur Straßenseite versprechen helle Räume. Alle Wohnungen sollen „barrierearm“ mit dem Aufzug erreichbar sein und teilweise über Balkone auf der Gartenseite verfügen. Im Herbst 2016 sollen die ersten Bewohner einziehen. „Heutzutage ist die Planungszeit bald länger als die bauzeit“, sagte der Husumer Architekt Hargen Johannsen.

Mit rund sechs Millionen Euro entstehen 32 öffentlich geförderte und 15 frei finanzierte größere Wohnungen – davon sind sieben mit bis zu 80 Quadratmetern als Wohngemeinschaften für Studenten geeignet. Die geförderten Wohnungen sollen für 5,20 Euro pro Quadratmeter vermietet werden, die frei finanzierten für rund 7,50 Euro. Von den früheren Bewohnern wollen indes nur zwei zurückkehren, woraus Dankowski folgert: „Die anderen Wohnungen scheinen so toll zu sein, dass nur zwei Mieter zurückwollen.“

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