Hafen Flensburg : Die Millionen-Promenade

So soll sie aussehen, die Hafenpromenade am Westufer: Die Fertigstellung wird deutlich teurer als geplant.
So soll sie aussehen, die Hafenpromenade am Westufer: Die Fertigstellung wird deutlich teurer als geplant.

Rad- und Wanderweg am Hafen-Westufer wird nochmal 3,5 Millionen Euro teurer / Die Stadt selbst zahlt nicht mehr

shz.de von
19. Januar 2018, 07:00 Uhr

Die Idee stammt aus den ersten Jahren dieses Jahrhunderts, fand sich damals im Rahmenplan Neustadt und sollte eigentlich seit acht Jahren umgesetzt sein. Doch von der geplanten Promenade am Hafen-Westufer ist außer Plänen bisher nichts zu sehen. Dafür wird sie jetzt nochmal um rund 3,5 Millionen Euro teurer als zuletzt 2013 geplant. Im Jahr 2009 war man von 5,5 Millionen Euro ausgegangen.

14,3 Millionen ist der aktuelle Wert, über den der Umwelt- und Planungsausschuss am Dienstag beschließen soll. Die Promenade vom Norderkaiplatz bis zum Wasserplatz am Galwikpark wird rund 620 Meter lang; umgerechnet sind das rund 23 000 Euro pro Meter Promenade. In den Gesamtkosten sind allerdings auch die Sanierung der Kaimauer bei den Fahrzeugbetrieben, die Herstellung des Wasserplatzes im Norden und eine Neumöblierung des Platzes auf Höhe Volksbad (Norderkaiplatz) enthalten.

Die gute Nachricht innerhalb der schlechten von der erneuten Kostensteigerung: Die Stadt selbst zahlt nicht mehr, sondern weniger. Nach Absprache mit dem Innenministerium stellt die Stadt einen komplett neuen Antrag auf Basis der neuen Städtebauförderrichtlinie 2015 und landet danach trotz der Verteuerung bei „nur“ noch knapp 5,1 Millionen Euro; nach dem letzten Bescheid von 2015 sollte das Bauwerk die Stadt noch 5,354 Millionen Euro kosten.

Die Kostensteigerungen ergeben sich vor allem durch die lange Wartezeit. Aufgrund der Komplexität des Bauvorhabens vor allem mit Blick auf die Gewerbebetriebe an Land waren nach dem Förderbescheid von 2015 langwierige Verhandlungen zwischen Stadt und Betrieben erforderlich. In dieser Zeit sind die Preise des Baugewerbes gestiegen – für dieses Projekt um 1,311 Millionen Euro. Hinzu kommen Mehrkosten für die Schallschutzwand (733 000), für den Kampfmittelräumdienst (610 000), durch konstruktive Umplanungen (270 000) und für eine Reihe von Baunebenkosten (348 000).

Grund für eine Förderung des Großpojekts ist vor allem die Fördepromenade, die Teil des Ostseeküstenradwegs wird, vor allem jedoch den Stadtteil Neustadt aufwerten soll. Verzichtet die Stadt auf dieses Projekt, bliebe die Kaimauer als Sanierungsprojekt. Da dies jedoch städtische Infrastruktur ist, müsste die Stadt die Sanierung allein stemmen. Geschätzte Kosten: 6,5 Millionen Euro – also mehr, als die Stadt für das Gesamtprojekt einschließlich Promenade zahlen müsste.

Der geplante Promenadenweg trifft an seinem Nordende auf den Galwikpark, der zur Förde hin durch den Wasserplatz erweitert werden soll. Hier ist unter anderem eine Badestelle geplant. Für die Promenade selbst ist etwa 200 Meter nördlich des Startpunkts beim Volksbad eine Art Aussichtspunkt geplant. Die Promenade wird übrigens mit Beton gestaltet – Kompromiss zwischen städtebaulicher Qualität und einfacher Pflege.

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