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Einbruch in Flensburg : Die Kripo jagt den zweiten Mann

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Vor einer Woche brachen zwei Männer in ein Flensburger Juweliergeschäft ein. Ein Täter ist noch immer flüchtig. Die Spur führt nach Schweden.

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2013 | 12:30 Uhr

Flensburg | Wo ist der zweite Mann? Eine Woche nach dem Brachial-Einbruch ins Geschäft des Juweliers Peter Jürgensen in der Großen Straße fehlen der Flensburger Kripo zwei Dinge zum Glück: Ein schwarzer Mercedes mit schwedischen Kennzeichen und der dazugehörige Fahrer. Beide dürften in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Einbruch in der Nacht vom 16. Oktober gesehen.

Um drei Uhr morgens am Dienstag letzter Woche lenkten zwei Einbrecher einen zuvor an der Marienallee gestohlenen VW Polo in die gepanzerte Eingangstür des Juweliergeschäfts Peter Jürgensen in der Großen Straße. Für einen der zwei Einbrecher war die Flucht schnell zu Ende. Die Polizei stellte ihn im Heiliggeistgang – aber der Komplize entkam mit einem Teil der Beute.

Eine Woche danach haben die Ermittler ein etwas konkreteres Bild – auch wenn der mittlerweile in U-Haft sitzende 30-Jährige Schwede sich nicht zur Sache äußert. Zeugen hatten im Bereich Moltkestraße/Wrangelstraße zuvor einen schwarzen Mercedes mit schwedischen Kennzeichen gesichtet, denn die Kripo den Tätern zuordnet.

Der Festgenommene hat seinen Wohnsitz nahe Stockholm

Nach von der Polizei nicht bestätigten Tageblatt-Informationen sollen dieser Mercedes und andere Autos mit schwedischen Kennzeichen am Wochenende 13./14. Oktober auch im Bereich der Terassenstraße gesehen worden sein, wo sich eine Gruppe von Südosteuropäern für kurze Zeit aufgehalten haben soll. Auffällig daran: Am Morgen nach dem Einbruch seien alle verschwunden gewesen. Polizeisprecher Matthias Glamann erklärte auf Anfrage, das die Ermittlungen auf Hochtouren laufen, und dass man nicht davon ausgehe, den schwarzen Mercedes noch in Flensburg anzutreffen. „Wir stehen mit den Kollegen in Dänemark und Schweden in Kontakt, so Glamann. Hintergrund: der festgenommene 30-Jährige hat seinen Wohnsitz in Södertälje nahe Stockholm und ist dort wegen etlicher Eigentumsdelikte polizeibekannt. Mit Blick auf den flüchtigen Komplizen sind Hinweise bei der Polizei weiterhin willkommen (Telefon 4840).

Unterdessen haben Geschäftsinhaber Angela und Kurt Ohlsen eine Woche danach den Überblick. Statt zunächst vermuteter 150 bis 180 wertvoller Uhren sind wohl „nur“ 100 gestohlen worden, sagt Kurt Ohlsen. Ein Teil der Beute wurde bei dem Verhafteten sichergestellt. Doch auch so dürfte der Schaden bei über 200.000 Euro liegen. Ohlsen geht davon aus, dass er die Uhren bald wieder zurückerhält. „Wir werden sie uns genau ansehen und, wenn möglich, wiederherrichten. Zum Glück haben wir eine eigene Werkstatt mit zwei Uhrmachern.“ Die überarbeiteten Geräte aus der Diebesbeute werden voraussichtlich im Rahmen eines Sonderverkaufs angeboten werden, teilte Ohlsen mit. „Vielleicht legen wir als Zertifikat ja noch eine original Glasscherbe mit ins Kästchen.“

Scherben gab es reichlich in jener acht – aber davon ist kaum mehr etwas zu sehen. Das Ehepaar richtet sich darauf ein, künftig mit schärferen Auflagen der Versicherung konfrontiert zu werden. „In vielen Metropolen-Geschäften sind die Auslängen längst verhängt und man kommt nur durch eine Schleuse hinein“, sagt Angela Ohlsen. Das können wir für Flensburg hoffentlich vermeiden.“ Immerhin: Die Stadt hat Hilfsbereitschaft signalisiert. Als Ohlsen um 2006 herum anfragte, ob man sich nicht durch zwei massive Poller vor dem Eingang gegen derartige Auto-Überfälle absichern könne, sei ihm noch mitgeteilt worden, das ginge aus optischen Gründen nicht. Nach diesem Überfall ist das kein Thema mehr. „Wir haben die Zusage. Mit einem Auto kommt hier dann wohl niemand mehr hinein.“

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