zur Navigation springen

Ole Möhl Harrislee : Die komische Seite der Integration

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2014 | 15:58 Uhr

„Ich bin nicht integriert, auch nicht assimiliert, ich wurde hier geboren“, sagt der Kabarettist und Schauspieler Özgür Cebe mit entwaffnend strahlendem Lächeln. Witz und Nachdenklichkeit zugleich, pointierte Beobachtungsgabe, Intelligenz und lockerer Charme kennzeichneten die drei Kulturschuppen-Abende der SPD in der Harrisleer Olen Möhl am vergangenen Wochenende.

Mit seinem Integrationskabarett nahm der Bielefelder Waldorfschulabsolvent mit türkisch-armenisch-kurdischen Wurzeln mit auf die Reise durch einen wechselseitigen Dschungel von Klischees und Vorurteilen. Immer wieder Zwischenapplaus und leidenschaftlich erklatschte Zugaben zeigten, mit welcher Freude das Publikum dabei war; nicht obwohl, sondern wohl gerade weil mancher Witz in der Tiefe schlucken ließ.

„Bis in die Achtziger Jahre kam man mit ‚Nur weil ich ein Ausländer bin‘ sehr weit“, kokettiert der 40-jährige Deutsche mit seinem „türkischen Migräne-Hintergrund“. Er lebte in einer Hochhaussiedlung mit nur einer Ausländerfamilie – den Schulzens. Reist für den Türkei-Urlaub nach Berlin-Neukölln. Der Mann der dritten türkischen Generation in Deutschland deklamiert das althochdeutsche Hildebrandslied, verfällt dann Klischee-getreu in schwarz glänzender Jacke, mit Sonnenbrille und Handy in den Proll-Dialekt mit viel „ey“ und „isch“.

Eingestreut in Witz und Ironie lassen Cebes tiefe Überzeugungen aufhorchen: „Für mich gibt es keine Rassen, nur Menschen“. „Man muss miteinander, nicht nebeneinander leben“. Wie lange solle es Thema sein, dass er so aussehe, wie er eben aussieht, sodass er im Zug als einziger kontrolliert wird? „Schickt mich doch, woher ich herkam, nach Bielefeld!“


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen