Die Kerzenzieher von der Schlei

Kerzenziehen in professionellem Ambiente: Robert Lappenbusch und Anke Meßtorff (hinten rechts) bieten im „Kerzenhuus“ von Steinfeld Entschleunigung vom Alltag. Foto: kuhl
Kerzenziehen in professionellem Ambiente: Robert Lappenbusch und Anke Meßtorff (hinten rechts) bieten im „Kerzenhuus“ von Steinfeld Entschleunigung vom Alltag. Foto: kuhl

Robert Lappenbusch und Anke Meßtorff wollen mit ihrem "Kerzenhuus" nicht nur den vorweihnachtlichen Nerv treffen

shz.de von
30. November 2012, 06:52 Uhr

Steinfeld | Mit ihrem "Kerzenhuus" an der Verbindungsstraße zwischen Loit und Steinfeld wollen Robert Lappenbusch und Anke Meßtorff den Menschen der Region sowie Urlaubern die Möglichkeit bieten, auf niederschwellige Weise kreativ zu sein und für eine Zeit die Seele baumeln zu lassen.

Zentrum ihres Angebots ist das Kerzenziehen im Tauchverfahren. Doch wer dabei an Jugendabende mit Würstchendosen in Wasserbädern denkt, wird durch die professionelle Ausstattung des "Kerzenhuus" angenehm enttäuscht.

18 hölzerne Heringsfässer ragen dekorativ in Doppelreihe in den großen Raum hinein. Verbunden sind sie in handwerklicher Schönheit durch kupferne Heizungsrohre, die das Wachs auf einer Temperatur von konstant 62 Grad halten. Das sind vier Grad über dem Schmelzpunkt. Die Farben variieren von Weiß über Weihnachtsrot, Türkis, Purpurrot und Leuchtgrün bis Schwarz. Kerzenzieher tauchen dann ihre Dochte in die Wachsflüssigkeit. Bis zu vier Paar können auf einmal an jeder Halterung befestigt werden.

Dann kommt die Geduldsphase. Denn eine Minute muss man warten, bis man den Docht erneut in das Fass tauchen kann. Kürzere Pausen machen den Ziehvorgang nicht schneller, sondern eher langsamer. "Das ist die totale Entschleunigung vom Alltagsleben", erklärt Meßtorff, die der kreative Teil des Unternehmens ist. Lappenbusch sieht sich mehr als der Handwerker und der Rechner. "Wir haben dieses Konzept in Dänemark gesehen und sind überzeugt davon, dass es auch auf dieser Seite der Grenze funktionieren kann", ist sein Konzept. Es sei keine Idee, die nur zu Weihnachten funktioniere. Deshalb bliebe das "Kerzenhuus" auch ganzjährig und vor allem in den Sommerferien geöffnet.

Familien und Einzelpersonen seien die Hauptzielgruppe, so Lappenbusch weiter. Doch dazu werde ein Beiprogramm angeboten, das vom voll ausgestatteten Kindergeburtstag bis zum Seniorenverein reiche, der seinen Kuchen selber mitbringe. Bis zu 30 Personen könne man so beherbergen, die auch alle an den Tauchgefäßen Platz finden würden. "Zusätzlich bieten wir Geschenkartikel an, die irgendeinen Bezug zu Kerzen haben", erklärt Robert Lappenbusch.

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