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Flensburger Tageblatt

21. August 2017 | 20:19 Uhr

Die Inventur der Heiligen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mitarbeiter der Universität Kiel erarbeiten ein Verzeichnis der mittelalterlichen, kirchlichen Holzskulpturen / Erfassung in Nordschleswig

Im Raum neben dem Rittersaal des Sonderburger Schlossmuseums bietet sich ein imposantes und ungewöhnliches Bild. Auf den langen Tischen und auf dem Holzfußboden stehen und liegen hölzerne Heiligenstatuen und andere Kirchenausschmückungen in Reih und Glied in langen Bahnen. Insgesamt sind dort 100 kunstvoll verzierte Schnitz- und Drechselarbeiten versammelt, die normalerweise in den verschiedenen Ausstellungen des Schlossmuseums zu bewundern sind. Mittendrin in der Versammlung der Heiligen stehen die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen, Dr. Ulrike Nürnberger und Julia Trinkert, und der ehemalige Chefrestaurator des Gottorfer Schlosses, Bernd Bünsche.

Mit Kugelschreiber, Zollstock und Notizblock bewaffnet nehmen sie die Maße von jedem einzelnen Objekt ab und schreiben alles Wissenswerte darüber nieder.

Ihre Aufzeichnungen sind Teil eines umfassenden Projekts des kunsthistorischen Instituts der Universität in Kiel. Seit 1999 arbeitet das Institut an einem Katalog über die systematische und analytische Gesamtdarstellung der mittelalterlichen Holzskulptur und Tafelmalerei Schleswig-Holsteins.

Insgesamt 1400 erhaltene Werke in den Kirchen und Museen der ehemaligen Herzogtümer werden untersucht und registriert. Auf insgesamt acht Bände wird das Werk einmal kommen.

„Die Sammlung des Sonderburger Schlosses wird einmal in den sechsten Band eingehen“, erklärt Ulrike Nürnberger, die zusammen mit ihrer Kollegin Julia Trinkert im Zuge der umfassenden Bestandsaufnahme auch die kleinen Dorfkirchen im Landesteil Nordschleswig besuchen wird. Julia Trinkert war schon an den Museen in Tondern und in Ribe.

Von den musealen Stücken im Schloss Sonderburg waren die deutschen Gäste begeistert. „Das Sonderburger Schloss hat eine vorzügliche Sammlung hochwertiger Stücke. Einige von ihnen kommen aus berühmten Schnitzerei-Schulen. Die Künstler blieben damals allerdings meistens anonym“, erklärt Ulrike Nürnberger. Die Experten können die Arbeiten der verschiedenen Werkstätten anhand diverser Details unterscheiden: „Mal ist es die Art, wie die Hand gehalten wird, manchmal die Dicke des Halses“, erklärt Bernd Bünsche, der sich über die große Gastfreundlichkeit im Sonderburger Schloss gefreut hat.

Die Arbeit der drei im Schloss ist inzwischen abgeschlossen. In der nächsten Woche kommt dann noch die Fotografin aus Kiel vorbei, um die Stücke zu fotografieren. Auch für sie werden alle Teile erneut bereitliegen. „Wir sind unheimlich erfreut über die gute Zusammenarbeit und sehr dankbar, dass alles ganz ohne Probleme verlaufen ist“, meint Bernd Bünsche.


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erstellt am 26.Jan.2014 | 08:00 Uhr

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