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Flensburger Tageblatt

15. Dezember 2017 | 10:09 Uhr

Die Hochschule wächst im Mittelbau

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach dem starken Anstieg der Studentenzahlen verfünffachte sich zuletzt die Zahl der wissenschaftlichen Mitarbeiter

shz.de von
erstellt am 06.Dez.2016 | 17:47 Uhr

Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Zahl der Studenten der Hochschule Flensburg um mehr als ein Drittel vergrößert. Mittlerweile sind hier 4100 Studenten eingeschrieben. Anders als bei der Europa-Universität aber (wir berichteten) ist die Zahl der Professoren in diesem Zeitraum nahezu konstant geblieben. Noch stärker gewachsen als bei der Uni ist hingegen der akademische Mittelbau – von 13 auf 70 Mitarbeiter. Den überproportionalen Zuwachs wissenschaftlichen Personals im Vergleich zu Professorenstellen erklärt Hochschulsprecher Kristof Gatermann damit, dass technische Studiengänge der Hochschule Flensburg sehr laborlastig seien. Außerdem laufen gerade acht Ausschreibungs- beziehungsweise Berufungsverfahren, die noch nicht abgeschlossen sind.

Die größte Reorganisation in ihrer Geschichte war, so sieht es die Hochschule selbst, die Neusortierung der Fachbereiche: Im Februar 2012 beschloss sie, die zwei in vier Fachbereiche aufzuteilen. Das sind der Fachbereich Maschinenbau, Verfahrenstechnik und Maritime Technologien (FB1), der Fachbereich Energie und Biotechnologie (FB2) sowie Information und Kommunikation (FB3) und Wirtschaft (FB4). Die größte öffentlichkeitswirksame Veränderung aber bestand im neuen Namen. Vor einem halben Jahr im Mai wurde aus der Fachhochschule die Hochschule Flensburg.

Ausgehend vom Bologna-Prozess hat die Hochschule seit 2006 ihre Studiengänge von Diplom auf Bachelor und Master umgestellt. Beispielsweise wurde aus dem Diplomstudiengang Biotechnologie/Verfahrenstechnik der entsprechende Bachelor-Studiengang sowie der englischsprachige Master-Studiengang Biotechnology and Process Engineering. Im Laufe der Zeit wurden neue Schwerpunkte entwickelt, so etwa der Bereich Lebensmitteltechnologie in der Biotechnologie. Im Master-Bereich sind neue Studiengänge entstanden wie eHealth oder Wind Engineering. Die jüngsten „Neuzugänge“ sind zuletzt der Bachelor-Studiengang Energiewissenschaften sowie die Master-Studiengänge Angewandte Informatik und Intermedia und Marketing.

Damit einher gingen die Entstehung diverser Zentren, darunter des Wind Energy Technology Institute (Weti) im Jahr 2010 oder des Instituts für eHealth und Management im Gesundheitswesen (IEMG) drei Jahre später. Das Maritime Zentrum der Hochschule Flensburg gibt es seit 2011; im selben Jahr entstand zudem das Institut für Nautik und maritime Technologien (INMT), 2014 das Medienzentrum der Marga- und Walter-Boll-Stiftung und 2015 das Centre for Business and Technology in Africa. Das Dr.-Werner-Jackstädt-Zentrum für Unternehmertum und Mittelstand (DWJZ, 2011) und das Zentrum für nachhaltige Energiesysteme (ZNES, 2012) betreiben Hochschule und Uni gemeinsam. Ebenfalls eine gemeinsame Einrichtung und dazu neu in Gründung ist das Zentrum für europäische Medienforschung und Medienpädagogik.

Der noch amtierende Präsident der Hochschule, der Ende Oktober seinen Rücktritt zum Februar 2017 angekündigt hatte, freut sich naturgemäß über die gute Nachfrage. Professor Holger Watter sieht den Grund dafür auch im zeitgemäßen Charakter der Studiengänge, „die stets aktuellen Entwicklungen und Fragestellungen entsprechen“. Außerdem gelinge der Absolventen der Berufseinstieg sehr schnell: „Zirka 80 Prozent unterschreiben innerhalb von drei Monaten einen Arbeitsvertrag.“

Doch hat das Wachstum auch Schattenseiten: „Während die Zahl der Studierenden gewachsen ist, sind die Strukturen der Hochschule weniger stark mitgewachsen. Ein Beispiel ist die Raumnot. Wir mussten Räume im Versatel-Gebäude anmieten (2013, Anm. d. Red.) und setzen kurzfristig auf die Containeranlagen“, beschreibt Watter und fährt fort: „Wir haben zudem mit der finanziellen Ausstattung zu kämpfen.“ Trotz einer Förderung in jüngster Zeit erreiche man nicht die Ausstattung des Bundesdurchschnittes.

Holger Watter setzt auf Selbsthilfe, darunter durch Kooperation mit dem Handwerk. Vor dem Hintergrund des Bologna-Prozesses sieht Watter zudem steten Bedarf für Weiterentwicklungen. So müssen die Forschungsressourcen mit den notwendigen Freiräumen ausgebaut werden, um das Master-Angebot auszubauen, sagt er und behält das neue Promotionskolleg im Blick.


Ab kommender Woche wird an dieser Stelle jede Woche einer oder eine der neuen Lehrstuhlinhaber auf dem Campus vorgestellt.

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