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Rum, Musik und Gaffelsegler : Die Highlights der Rum-Regatta 2014 in Flensburg

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Vom 29. Mai bis 1. Juni steigt in Flensburg die 35. Rum-Regatta. Aber was steckt eigentlich dahinter und warum will bei der Regatta bloß keiner Erster werden?

Flensburg | Nicht nur für Seebären ein echtes Muss: Jedes Jahr zum Himmelfahrtswochenende findet die internationale Rum-Regatta in Flensburg statt. Bis Sonntag verwandelt sich der Innenhafen wieder in ein gemütliches Fest und großes Schiffsspektakel zugleich. Handwerk auf dem „Gaffelmarkt“, handgemachte Musik zum Mitmachen und gaffelgetakelte Arbeitsschiffe warten auf die Besucher. Die ersten Buden und Stände eröffnen bereits am Donnerstagmittag. shz.de beantwortet die wichtigsten Fragen rund um Flensburgs bekannteste, maritime Veranstaltung.

Woher hat die Rum-Regatta ihren Namen?

Rum hat in der Stadt Flensburg eine lange Tradition. Die Fördestadt war im 18. Jahrhundert einer der bedeutendsten Handelshäfen für die Schiffe der Westindien-Flotte. Sie brachten aus der Karibik die Zuckerrohrmelasse nach Europa. Aus ihr wurde dann in Flensburg Rum gebrannt – ein wichtiges Handelsgut für die Stadt. Mit früher um die 300 Brennereien entwickelte sich Flensburg regelrecht zur Rumstadt. Heute gibt es mit „Johannsen“ in der Marienstraße und „Braasch“ in der Rote Straße nur noch zwei Rumhäuser.

 

Wann wurde die erste Rum-Regatta veranstaltet?

Private Schiffseigner gründeten 1979 den Verein Museumshafen Flensburg e.V. zur „Wiederherstellung und Infahrthaltung traditioneller Segelschiffe und anderer historischer Wasserfahrzeuge“. Sie fingen an, segelnde Berufsfahrzeuge zu sammeln. Um diese auch der Öffentlichkeit zu präsentieren, wurde bereits ein Jahr später, also 1980, die erste Rum-Regatta veranstaltet. Mittlerweile gilt es als größtes Treffen für Gaffelsegler in Nordeuropa und beliebtes Stadtfest.

Wer segelt dieses Jahr mit?

Insgesamt werden bei der Rum-Regatta 2014 um die 100 Schiffe an den Start gehen. Diese kommen zum größten Teil aus Deutschland und Dänemark, aber auch Länder wie Österreich, Norwegen, England, Niederlande oder die Schweiz sind vertreten. Die Schiffe werden in verschiedene Klassen eingeteilt: Fischereifahrzeuge (z.B. Haikutter), Frachtensegler (Plattbodenschiffe), Dienstfahrzeuge (z.B. Rettungskutter, Lotsenboote, Zollkreuzer) und historische Fahrzeuge (z.B. Wikingerschiffe, Slawenboote, mittelalterliche Frachtsegler).

 

Warum ist der zweite Platz begehrter als der erste?

Bei der Rum-Regatta geht es nicht darum, als Erster im Ziel anzukommen – im Gegenteil. Wer es partout nicht lassen kann und übertriebenen Ehrgeiz an den Tag legt, wird mit einem lächerlichen Preis vom Flohmarkt oder Sperrmüll „bestraft“. Frei nach dem Motto „Lieber heil und Zweiter, als kaputt und breiter“. Der zweite Platz hingegen bekommt den Hauptpreis: Eine Drei-Liter-Magnumflasche feinsten Rum. Außerdem werden die Sieger auch in einer „Preisvergeudung“ und nicht in einer Preisverleihung gekürt.

Bei der Rum-Regatta geht es vielmehr um Tradition, Fairness und um ein professionelles, seemännisches Verhalten. Auch dafür kann eine Mannschaft ausgezeichnet werden. Es gibt zudem Preise für die beste Restaurierung, Originaltreue (möglichst dicht am historischen Ursprung) oder die Erhaltung eines kulturhistorisch besonders bedeutsamen Schiffes.

Was sind die Highlights der Rum-Regatta?

Freitag, ab 10 Uhr auf dem Bohlwerk und Vorplatz: Eröffnung des Gaffelmarkts mit Gauklern, maritimen Handwerkern usw.

Freitag, 11:30 Uhr im dänischen Sonderburg: Start der Flensburg-Fjord-Regatta, das Ziel ist der Museumshafen Flensburg

Freitag, ab 20 Uhr auf der Meile und im Gaffelzelt: Party für die Gaffler und die Flensburger mit Live-Musik

Samstag, 11 Uhr in der Wasserslebener Bucht: Start der 35. internationalen Rum-Regatta auf der Flensburger Innenförde (Ende ist ca. um 16:30 Uhr)

Samstag, ca. 19 Uhr auf dem Bohlwerk: Die showreife und legendäre „Preisvergeudung“ mit Geschwätz, Gesang und Gegröhle, Sperrmüllvergabe an die Sieger, Rumvergabe an die Zweitplatzierten

Samstag, ca. 20 Uhr im Gaffelzelt: Regatta-Party und das traditionelle JeKaMi-Orchester (Jeder-kann-mitmachen-Orchester)

Sonntag, 18 Uhr: Offizielles Ende der 35. Rum-Regatta

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erstellt am 28.Mai.2014 | 13:58 Uhr

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