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Flensburger Tageblatt

19. Oktober 2017 | 05:54 Uhr

Die guten Seelen an der Strecke

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

von
erstellt am 04.Aug.2014 | 07:31 Uhr

Die Frau hat den Tunnelblick. Jedenfalls wirkt es so, als würde Kerstin Eckert gar nicht bemerken, was um sie herum geschieht. Ihr Blick geht nur nach vorn. „Wasser!“ Sie streckt dem ihr entgegenkommenden Radfahrer eine Flasche entgegen. Er nimmt sie dankend an und trinkt einige Schlucke daraus.

Kerstin Eckert aus Wees ist eine von Hunderten ehrenamtlichen Helfern beim Ostseeman. „Ich mache das schon seit zehn Jahren, weil die Teilnehmer unglaubliche Leistungen erbringen und ich sie dabei gern unterstütze.“

Diese Worte hätten auch aus dem Mund von Norbert Dethlefs stammen können. Der 50-jährige Flensburger ist Vorsitzender der Reservekameradschaft Flensburg. Allein von dort kommen 40 Helfer, um die Radstrecke so abzusperren, dass es keine Zusammenstöße zwischen Zuschauern und Athleten gibt. „Wenn dann ein Sportler nach fast vier Kilometern Schwimmen und 180 Kilometern Radfahren völlig erschöpft an dir vorbeikommt und sich für das Absperren bedankt, dann weiß ich, wofür ich das hier mache.“ Jeder zweite Athlet mache dies. „Umgekehrt wissen sie um unseren Einsatz und vertrauen uns quasi ihr Leben an.“ Was zunächst übertrieben klingt, ist es nicht: Vergangenes Jahr starb ein Zuschauer nach einer Kollision mit einem Radfahrer, der sich wiederum schwere Verletzungen zuzog.

Solch dramatische Szenen blieben gestern aus. „Aber wenn das Gewitter etwas eher aufgezogen wäre, dann hätten wir hier Holland in Not gehabt“, sagt DLRG-Einsatzleiter Martin Saß. 50 Rettungsschwimmer überwachten in Booten, Kajaks und auf Brettern das Schwimmen in Sandwig. „Da schießt der Adrenalinspiegel in die Höhe, weil bei über 1000 Startern immer etwas passieren kann.“ Drei Triathleten brachen das Schwimmen ab und wurden von den Rettungskräften an Land gebracht.

Vergleichsweise ruhig ging es auch bei den Sanitätszelten zu. 90 Rettungskräfte, darunter sechs Notärzte, waren vor Ort. „Für eine Veranstaltung dieser Größe blieb es bei harmlosen Verletzungen“, sagte Jörg-Michael Raida vom Bundeswehr-Sanitätsdienst, der die meisten Rettungskräfte stellte.

Hochzufrieden zeigte sich auch Organisator Reinhard Husen mit dem diesjährigen Ostseeman. „Das Interesse der Zuschauer hat deutlich zugenommen, und die Athleten fühlen sich hier gut betreut und kommen gern.“ Das liegt nicht zuletzt an den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern.

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