Weihnachtsmarkt Flensburg : Die große Welle nach dem Sturm

Dicht gedrängt schiebt die Menschenmenge an den Weihnachtsmarktständen in der Flensburger Fußgängerzone vorbei.
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Dicht gedrängt schiebt die Menschenmenge an den Weihnachtsmarktständen in der Flensburger Fußgängerzone vorbei.

Händler auf dem Weihnachtsmarkt atmen nach dem Wetterumschwung auf. Am Freitag schlossen einige Stände wegen des Sturms.

shz.de von
15. Dezember 2014, 07:48 Uhr

Endlich ist es wieder trocken. Die Weihnachtsmarkt-Händler atmeten am Wochenende erleichtert auf. Zwischen Nordermarkt und Südermarkt drängten die Menschen an ihre Getränkestände, standen vor Mutzen- und Wurstbuden an oder tummelten sich vor Auslagen mit Kleidung und Kunsthandwerk. „Am Freitag habe ich zehn Euro eingenommen“, sagte Chatta Akram, und spielt damit auf den Tag an, an dem Sturm Billie übers Land fegte. Zum Nachteil für die Händler in der Großen Straße. Die schlossen ihre Buden um 12 Uhr für einige Stunden oder sogar den Rest des Tages.

Flensburg Fjord Tourismus, Organisator des Marktes, hatte darauf hingewiesen, dass die Klappen der Stände nur für sechs Windstärken ausgelegt sind. Da der Wetterbericht mehr Beaufort angekündigt hatte, wurden die Händler von der Öffnungspflicht befreit. Akram öffnete seinen Lederwarenstand vor der VR-Bank gegen 16 Uhr wieder. Andere Händler, wie Matthias Giebe, ließen ihn zu.

„Ich arbeite hier mit heißem Fett“, sagte der Schmalzkuchenbäcker und wies auf die Brandgefahr im geschlossenen Stand hin. „Dann fällt noch irgendetwas herunter, das ist mir zu gefährlich.“ Der Hamburger ist zum ersten Mal in Flensburg – und mit dem Umsatz zufrieden. Bis auf die vorige Woche, die sei schlecht gewesen. Doch er hat Verständnis: „Bei dem Wetter wäre ich auch nicht vor die Tür gegangen.“ Giebe, der seit 23 Jahren im Advent in Hamburg-Volksdorf verkauft, will gerne wiederkommen. „Hier ist das alles sehr locker, eine nette Klientel.“ Der Mix aus Dänen und Deutschen gefällt ihm.

Von 50 Prozent Umsatzrückgang spricht Fabian Pohlmann. Den geringsten Absatz verzeichnete der Flensburger bereits am vorletzten Sonntag: „Ganze acht Getränke habe ich verkauft.“ 18 Jahre schon steht der Segellehrer mit Punsch und anderem auf dem Flensburger Weihnachtsmarkt. In einem Jahr auf dem Südermarkt/Holm, ansonsten immer in der Großen Straße.

Den Händlern auf dem Nordermarkt machte das Wetter weniger aus. „In den ersten Wochen war der Umsatz super“, sagte Petra Nyga, Geschäftsleiterin vom Café Central. Ihr Stand hat geschützte Sitzgelegenheiten. Dennoch sei der Absatz am zweiten Advent ganz schlecht gewesen. „Diese Woche war wieder okay.“

Weniger unter dem schlechten Wetter gelitten haben die Standbetreiber auf dem Holm und dem Südermarkt. „Freitag hatten wir nach dem Sturm einen guten Abend“, sagte Frank Jähnig von den Theaterfreunden, Mitbetreiber eines Standes auf dem Holm. Auch am Punschstand von Scarlett Winter am Südermarkt brummte am Freitagabend, als der Sturm durchgezogen war, wieder der Bär. Wiederholt klingt bei Händlern nördlich der Rathausstraße Unzufriedenheit an über das pralle Leben an Flensburgs Ballermann, wie der Budentrubel am Südermarkt inzwischen genannt wird. Mehmet Bager, der vor seinem Restaurant A la Turka Getränke ausschänkt, schlägt vor: „Jedes Jahr den Schwerpunkt wechseln. Die Stände vom Nordermarkt kommen auf den Südermarkt und umgekehrt. Denn die Leute feiern auf dem Südermarkt.“

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