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Dampf Rundum 2015 : Die große Schau der Dampfmechanik

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Vom 10. bis 12. Juli gibt es Großvaters Technik zum Anfassen und zum Mitfahren.

shz.de von
erstellt am 09.Apr.2015 | 18:59 Uhr

Der Käpt’n hat völlig Recht. „Warum was Neues machen, wenn das Alte gut war?“ Wolfgang Weyhausens leicht philosophische Fragestellung trifft Teilnehmer wie Veranstaltung. Das Dampf Rundum 2015 wird zwischen 10. und 12. Juli zum 12. Mal seit 1993 Flensburg zum europäischen Zentrum der faszinierenden Dampftechnik erheben. Im Hause der Nord-Ostsee-Sparkasse gaben Veranstalter und Förderer gestern einen ersten Ausblick. Kapitän Weyhausen rechnet wieder mit Tausenden Pilgern, die sich Europas größte Schau der Schiffsmechanik nicht entgehen lassen.

Sie sind fast alle wieder da – die kleinen und größeren Überlebenden der frühen Tage des letzten Jahrhunderts. Die „Alexandra“, traditionell die Einladende, versammelt neben den Stammgästen – Eisbrecher Stettin, Eisbrecher Wal, Seezeichendampfer Bussard, Fahrgastdampfer Skjelskør und Bereisungsdampfer Schaarhörn – dieses Mal auch drei sehenswerte Kostbarkeiten um sich. Von Oslo aus machen sich der Küstendampfer Børøysund und der zu seiner Zeit (1910) stärkste Dampfschlepper Skandinaviens, die Styrbjörn, auf den Weg nach Flensburg, aus Leer in Ostfriesland kommt ein seetüchtiges Denkmal, der letzte deutsche Post-, Fracht- und Passagierdampfer, die Prinz Heinrich und zu guter Letzt – aus Oevelgönne – das 117 Jahre alte weltweit letzte fahrfähige Feuerschiff „Elbe 3“. Umschwärmt wird dieses Geschwader durch die „Dampfflöhe“ – kleine Pinassen, Schaluppen, Barkassen, Eigenbauten, die für den Nahverkehr konzipiert worden sind. So gut wie alle Fahrzeuge stammen aus den Kindertagen des vergangenen Jahrhunderts – hinter allen steht viel bewegte Geschichte.

Nirgendwo sonst kann das Publikum mit blitzblank polierter Technikgeschichte so auf Tuchfühlung gehen wie in Flensburg. Die großen Dampfer bieten am Wochenende wieder etwa 70-minütige Fahrten auf der Innenförde an, die Choreographie sieht viel Bewegung vor. Alle 20 Minuten ein An- und ein Ablegemanöver. „Es ist immer was los auf dem Wasser“, freut sich Michael Reinhardt, der das Dampf Rundum für den Förderverein Alexandra organisiert. Das gilt auch für den ersten Tag, an dem nach der offiziellen Eröffnung um 19 Uhr das legendäre Dampferrennen um das Brauerband gestartet wird. Traditionell schließt um 23 Uhr ein großes Feuerwerk den Freitag ab und ebenso traditionell beginn der Sonntag mit einem plattdeutschen Gottesdienst auf der Alexandra. Frank Petry und Günter Herrmann vom Alex-Förderverein erinnerten an den Ursprung des Dampf Rundums – nämlich für den Erhalt des Salondampfers eine zusätzliche Einnahmequelle zu erschließen. An dieser Notwendigkeit hat sich nichts geändert. Angesichts der anstehenden Erneuerung des Kessels für 500  000 Euro kündigte Herrmann eine Tombola mit Dampf-Utensilien an.

 

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