Fusion Niebüll und Flensburg-Schleswig : Die größte VR-Bank im Norden

Aus zwei Vorständen wird einer, allerdings an drei Standorten: Torsten Jensen, Ralf Pschibul, Klaus Sievers und Michael Möller (von links).
Aus zwei Vorständen wird einer, allerdings an drei Standorten: Torsten Jensen, Ralf Pschibul, Klaus Sievers und Michael Möller (von links).

Vertreter der genossenschaftlichen Geldinstitute Niebüll und Flensburg-Schleswig stimmen für die Fusion

shz.de von
18. Mai 2018, 17:01 Uhr

Die Genossen in Niebüll haben es auch neun Jahre nach dem gescheiterten ersten Fusionsanlauf zwischen der VR-Bank Niebüll eG und der VR-Bank Flensburg-Schleswig eG erneut spannend gemacht. Den Stolz der Nordfriesen und die Verlegung des – eigentlich unbedeutenden – juristischen Sitzes der neuen VR-Bank Nord nach Flensburg machen die Niebüller Bank-Vorstände Klaus Sievers und Torsten Jensen dafür verantwortlich, dass es bei der geheimen Abstimmung in Niebüll doch noch etliche Abtrünnige gab. Am Ende aber machten die Vertreter der Niebüller Genossenschaftsbank mit 76,7 Prozent den Weg frei für die Fusion – knapp über der geforderten Drei-Viertel-Mehrheit. Damit macht sie die VR-Bank Nord mit 3,7 Milliarden Euro Bilanzsumme nicht nur zur größten Genossenschaftsbank in Schleswig-Holstein, sondern auch zum größten Institut dieser Art bis vor die Tore von Hannover und Berlin. Den neuen Namen wird sie aber erst nach Eintragung ins Genossenschaftsregister nach der Sommerpause tragen.

Für die VR-Bank Flensburg-Schleswig, mit 1,67 Milliarden Euro Bilanzsumme bislang die genossenschaftliche Nummer 3 in Schleswig-Holstein, war das ohnehin keine Frage. Die Vorstände Michael Möller und Ralf Pschibul holten sich von ihren Vertretern eine fast sozialistische Zustimmungsquote von 98,3 Prozent ab. Dabei werden die Mitglieder und Kunden in Flensburg und im Kreis Schleswig-Flensburg den unangenehmsten Part der Fusion zu tragen haben. Sie müssen sich demnächst an eine neue Kontonummer gewöhnen, während die Nordfriesen weiter die vertraute BIC und IBAN nutzen können.

Alle anderen symbolträchtigen Parameter der neuen Bank sollen sich nicht ändern: Die rund 500 Mitarbeiter bekommen eine Weiterbeschäftigungsgarantie, Schleswig und Niebüll bleiben die mitarbeiterstarken Standorte – und ebenso sollen alle 25 Standorte erhalten bleiben – davon wie bisher 15 in der Flensburg-Schleswiger Region. „Wir verfügen über zwei tolle Mannschaften“, erklärte ein entspannter Klaus Sievers: „Das ist das Pfund, mit dem wir wuchern können.“ Neben Niebüll (Sievers und Jensen) und Schleswig (Pschibul) bleibt auch der Neubau am Flensburger Neumarkt Vorstandssitz, wo Michael Möller mit 36 Kollegen arbeitet. „Wir stehen vor massiven Investitionen und sind froh, dass wir das gemeinschaftlich können“, erklärte Ralf Pschibul. Dazu zählt das Online-Banking mit direkten Beratungsmöglichkeiten sowie ein neues Spezialistenteam für das Thema Vererben und Stiften.

Was für Torsten Jensen noch wichtig ist: „Wir wissen, wo unsere Wurzeln sind. Alle Mitarbeiter und Entscheidungsträger sitzen in der Region.“ Und Michael Möller ergänzt: „Wir wollen auch eine regionale Bank bleiben.“

VR-Bank Zahlen 2017

VR-Bank eG Niebüll:

Bilanzsumme 1,996 Mrd Euro

Kredite 1,703 Mrd Euro

Einlagen 0,779 Mrd Euro

Eigenkapital 169 Mio Euro

Dividende 4 Prozent

Mitglieder 18914

Mitarbeiter 305

Kunden 42217

VR-Bank Flensburg-Schleswig eG:

Bilanzsumme 1,674 Mrd Euro

Kredite 1,358 Mrd Euro

Einlagen 0,736 Mrd Euro

Eigenkapital 155 Mio Euro

Dividende 4 Prozent

Mitglieder 21217

Mitarbeiter 258

Kunden 44830

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