Flensburg : Die Goethe-Schule wird runderneuert

Markant, aber teuer im Unterhalt: Die Goethe-Schule schwächelt in der Bausubstanz – und sie ist nicht die Einzige,
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Markant, aber teuer im Unterhalt: Die Goethe-Schule schwächelt in der Bausubstanz – und sie ist nicht die Einzige,

Grundsanierung an der Goethe-Schule: Bis 2019 sollen in dem historischen Schulgebäude von 1919 mehr als 6,5 Millionen Euro verbaut werden.

shz.de von
28. Januar 2015, 08:00 Uhr

Flensburg | Die Zahl lässt tief blicken. 450 000 Euro sind im Amtsblatt der Europäischen Union allein für einen Architekten aufgerufen, der in Flensburg das Projekt Gesamtsanierung der Goethe-Schule leiten soll. Ohne es an die große Glocke zu hängen, hat die Stadt ein Millionenprojekt in Angriff genommen: Die Gesamtmaßnahme umfasst Brandschutz-, Schadstoff- und Hausschwammsanierung sowie Herrichtung der Barrierefreiheit, Instandsetzungen, Nutzungsoptimierung, allgemeine Modernisierung und entsprechende Erneuerungen bzw. Neueinrichtungen der Technischen Anlagen, heißt es in der europaweiten Ausschreibung. Kostenpunkt: 6,6 Millionen Euro.

Das ist eine Menge Geld. Geld, das Michael Draeger als Fachbereichsleiter Vermögen nicht zur Verfügung steht. Die ausgeschriebene Architektenleistung, so Draeger, überspannt mindestens die nächsten vier Jahre und mindestens sechs Bauabschnitte, deren Finanzierung größtenteils unter Vorbehalt steht. „Wir mussten das aus rechtlichen Gründen so machen“, sagt der Herr der Flensburger Immobilien. „Wir dürfen vergaberechtlich so ein Projekt nicht stückeln, sondern müssen es als Gesamtleistung ausschreiben.“

Das ist nunmehr geschehen. Draeger kann für dieses Jahr auf Haushaltsmittel von rund 1,2 Millionen Euro zurückgreifen, für das Jahr 2016 ist eine weitere Million eingestellt – freilich unter dem Vorbehalt, dass der Rat die Summe freigibt.

Wohlgemerkt: Das ist nicht das Geld, das für den Unterhalt des 1919 gebauten Gymnasiums aufgewendet wird. Diese Unterhaltskosten werden im aktuellen Gebäudezustandsbericht (vom 14. November letzten Jahres) mit 990  000 Euro beziffert. „Diese Summe müssen wir für die Aufrechterhaltung des Status Quo aufwenden“, so der Fachbereichsleiter. „Gesamtsanierung aber meint eine deutliche Verbesserung dieses Status.“ Es sei allerdings nicht ausgeschlossen, dass beide Maßnahmen vereinzelt Schnittmengen bilden. Alle Kosten sind zu 100 Prozent durch die Stadt zu tragen. Zuschüsse gibt es für die Schulbauten nicht.

Keine Frage, dass Goethe-Schulleiter Arndt Reinke hocherfreut ist, über die kräftige Aufwertung des markanten Gebäudes hoch am östlichen Fördeufer.

Dass die Sanierung während des laufenden Schulbetriebs (mit Sonderschichten in den Ferien) laufen soll, ist eine zu verkraftende Einschränkung, mit der die Schule bereits Erfahrung hat. Im Mitteltrakt wurde bereits die Kuppel samt der darunter liegenden Fachräume saniert. „Das hat sehr gut funktioniert“, sagt Reinke.

Die Basis für das umfangreiche Sanierungspaket lieferten laut Draeger eigene Erhebungen des Fachbereichs. Und er geht nicht davon aus, dass die Goethe-Schule einen Einzelfall darstellt. Auch andere Bauten aus jener Zeit bergen Risiken, räumt er ein. Stichwort Auguste-Viktoria-Schule, Stichwort Altes Gymnasium – beides Gebäude, in denen seit Jahren viel Geld für den Unterhalt, aber zu wenig für die dauerhafte Sicherung und Verbesserung investiert wurde. Entscheidungen für diese beiden weiteren denkmalgeschützten Schulgebäude seien allerdings noch nicht gefallen, sagt der Fachbereichsleiter. Eine Ende November eingesetzte Arbeitsgruppe aus Verwaltung und Politik soll hier den Bedarf ermitteln – auch im Hinblick auf die weitere Entwicklung der Schullandschaft. Kommentar Seite 8

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