Flensburg : Die Fördeschiffe sind startklar

Noch liegen die Schiffe - vorn die 'Viking', dann die 'Alex' und hinten die MS 'Jürgensby' fest vertäut an der Schiffbrücke.  Foto: Dommasch
Noch liegen die Schiffe - vorn die "Viking", dann die "Alex" und hinten die MS "Jürgensby" fest vertäut an der Schiffbrücke. Foto: Dommasch

Ochseninseln, Glücksburg und zurück: Flensburgs "weiße Flotte" hat sich etabliert / Warten auf eine professionellere Infrastruktur

shz.de von
10. April 2012, 06:10 Uhr

Flensburg | Es kommt wieder Bewegung in die Flensburger Innenförde. Vier Fahrgastschiffe stehen in den Startlöchern. Und die alte Dame "Alexandra" wird zur Rum-Regatta ins Geschehen eingreifen.

Allen voran die stets gut frequentierte MS "Viking", die in der Hochsaison vier mal täglich zwischen Flensburg und Glücksburg pendelt. Für diese Strecke benötigt das Schiff 50 Minuten, die Fahrgäste können den Ausblick von der überdachten Sonnenterrasse aus genießen, besonders dann reizvoll, wenn auf der Rückfahrt die Ochseninseln umrundet werden.

Unter dem Namen "Flora II" befuhr früher eine alte Hamburger Schlepp-Barkasse die Förde. Inzwischen ist das Schiff gegen ein einst in Diensten der Bundeswehr stehendes Exemplar ausgetauscht worden, das lediglich für zwölf Passagiere zugelassen ist. Kapitän Matthias Hansen bittet stündlich an Bord - er steuert das Kailagerhaus (Ballastkai) und schließlich Sonwik an, bevor die Rundfahrt zurück an die Fördebrücke führt. Solitüde wird nicht mehr angelaufen, weil der Abstecher nicht mehr in das Zeitfenster passen würde.

Die MS "Möwe" der Reederei Ketelsen hatte bereits - trotz starken Windes - "Jungfernfahrt". Ab 10.30 Uhr beginnen die stündlichen Ausflugsfahrten. Eine verkürzte Tour, wie Kapitän Ketelsen betont. "Die Kunden wollen das so - besonders die Familien mit Kindern."

200 Passagiere fasst die MS "Jürgensby". Eine Stunde und 45 Minuten dauert deren große Tour, Kurs Ochseninseln. An dem Schiff wird derzeit der letzte Feinschliff vorgenommen. "Dann sind wir hoffentlich startklar", hofft Hans-Peter Ketelsen, der das erste Mal um jeweils 12.30 Uhr ausläuft. Er verchartert sowohl die "Möwe" als auch die "Jürgensby" - nach Absprache. "Der Kunde kann zwischen zwei und sechs Stunden buchen. Wir sind da ganz flexibel", sagt der Käpt’n.

Fahrkarten gibt es wie im vergangenen Jahr an dem kleinen Schalter an der Schiffbrücke. Das Holzhäuschen ist ein Provisorium: Hafenkapitän Frank Petry hofft im Rahmen der Professionalisierung des Historischen Hafens auf eine baldige und nachhaltige Lösung.

Signale vom Kultusministerium gibt es bereits. Im Rahmen eines vorzeitigen Maßnahmenbescheids kann und soll das Büro im ehemaligen "Fährkrog" zentraler Punkt für die Vermarktung der Fahrgastschifffahrt werden. "Und die ist ein hartes Geschäft", wie Petry weiß. 60 000 Fahrgäste pro Saison brauche man, um über die Runden zu kommen. Die Strecke nach Glücksburg sei in diesem Zusammenhang ein "echter Bringer" - Ausflügler, Spaziergänger oder ganze Schulklassen nutzen das Angebot regelmäßig.

Die goldene Zeit der Butterfahrten mit den weit reichenden Möglichkeiten des zollfreien Einkaufs ist vorüber und längst Nostalgie. Petry: "Für eine Schachtel Zigaretten, die so genannte Bordration, geht keiner mehr zwei Stunden aufs Schiff."

Apropos Nostalgie. Zur Rum-Regatta am 19. Mai sticht die "Alexandra" erstmal in diesem Jahr in See. Sie wird in der Folge sonntags Gästefahrten anbieten und für Chartertouren zur Verfügung stehen. Und ein Törn mit dem Dampfer ist immer noch eine echte Attraktion.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen