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Flensburger Kliniken : „Die Förderkulisse nicht gefährden“

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

16 Standorte in der Vorauswahl: Oberbürgermeisterin und Politiker sehen keine Chance für Standort im Flensburger Umland.

shz.de von
erstellt am 07.Jun.2017 | 23:12 Uhr

Oberbürgermeisterin Simone Lange zeigte sich selbst überrascht, wie viele entwickelbare Flächen als Zentralstandort für ein gemeinsames Klinikum von Diako und Maltesern zumindest grundsätzlich als geeignet erscheinen: Insgesamt 16 Standorte lang ist die Liste der Flächen von mindestens zehn Hektar Größe, die bislang nur nicht-öffentlich beraten wird. Lediglich einzelne Standorte wie das Bahnhofstal als Lieblingsoption des SSW wurden bereits öffentlich. Lange habe sehr früh dafür geworben, alle denkbaren Flächen einmal ohne Tabus zu prüfen, sagt sie.

Der Ansatz der Oberbürgermeisterin ist dabei eine stadtweite Analyse dessen, was überhaupt in der wachsenden Stadt Flensburg noch möglich ist – sowohl im Wohnungsbau als auch in der Gewerbeflächenentwicklung: „Im Schatten der Krankenhausplanung könnten sich auch andere Optionen ergeben“, sagt Simone Lange. „Der Druck ist ja da.“

Das Angebot aus der Schleswiger Kreispolitik, auch einen gemeinsamen Klinik-Standort im Flensburger Umland anzubieten, nannte Lange eine hilfreiche Rückmeldung, dass der Kreis aktiv teilnimmt am Prozess: „Die Bereitschaft des Kreises habe ich schon wahrgenommen. Wir verschließen uns auch nicht.“

Zunächst kommt für die Oberbürgermeisterin allerdings ausschließlich ein Standort innerhalb der Flensburger Stadtgrenzen in Frage. „Das Stadtgebiet hat Priorität wegen der Förderkulisse des Landes“, sagt Lange. Die in Aussicht gestellte Gesamtförderung (zuletzt rund 194 Millionen Euro für die Neubauten von Diako und St. Franziskus auf den bisherigen Arealen) sei für ein urbanes Gebiet nur innerhalb Flensburgs so möglich, weil die Kliniken hier Schwerpunktversorger seien: „Wir dürfen diese Förderkulisse nicht gefährden“, sagt die Oberbürgermeisterin.

Auch der Hauptausschussvorsitzende Arne Rüstemeier (CDU) begrüßte die positive Botschaft, dass der Kreis an einem gemeinsamen Standort mitarbeite. Auch er hält einen Standort im Kreis aufgrund der Förderbedingungen als nicht umsetzbar. Einzige Option sei, wenn Flensburg für Gebäude in der Stadt Ausgleichsflächen im Kreis brauche.

Die Stadt will sich von den bislang genannten 16 Standorten bis zu den Sommerferien auf drei bis fünf konzentrieren. Im Oktober soll es dann nach vertiefenden Untersuchungen möglichst eine gemeinsame Standortempfehlung geben. „Schnellschüsse wie jüngst vom SSW gefährden das von allen gewünschte Verfahren“, sagt Rüstemeier. Er halte die vorgeschlagene Systematik für gut geeignet, schnell und solide zum Ziel zu kommen.

Auch SPD-Fraktionschef Helmut Trost sieht in einer Grundstücksoption außerhalb der Stadt keine Alternative. Man brauche den Standortfaktor Flensburg: „Es geht um Arbeitsplätze, Finanzen und Zentralität.“



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